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Beurtheilung Stephans, auf deſſen Charakter die durchaus nicht apo⸗ ſtoliſchen Wuthausbrüche gegen Deſiderius und die der königlichen Familie gegenüber wenigſtens ungerechtfertigten Schmähungen gegen die Langobarden ein böſes Licht werfen.“) Auffallender aber als dies ſind mehrere Abweichungen von den anderen gleichzeitigen Quellen in Beziehung auf thatſächliche Verhältniſſe. Wenn Stephan es zwei⸗ felhaft läßt, welchem der beiden Brüder die Gemahlin beſtimmt war), ſo kann man dies vielleicht dadurch erklären, daß er über die ganze Angelegenheit bisher nur vage Gerüchte erhalten hatte, wozu auch die Mahnung am Schluß bezüglich Giſelas ſtimmt*), da ſonſt nirgends von einer Abſicht, ſie mit Adelchis zu verheirathen, die Rede iſt.*) Jedenfalls aber hat er dieſe ſcheinbare oder wirkliche Unkenntnis treff⸗ lich zu ſeinen Zwecken benutzt, um einen Grund gegen die verhaßte Ehe vorzubringen. Die Behauptung nänlich, daß die Brüder ſchon früher Gemahlinnen aus fränkiſchem Stamme genommen hättens), widerſpricht für Karl den beſten Quellenangaben, wonach die Tochter des Deſiderius deſſen erſte Gemahlin war, und er nur vor der Ehe mit einer Concubine Himiltrud einen Sohn gezeugt hatte*), ſo direct,
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*) Gregorovius II, 378; Abel p. 68 u. 69. Gfrörer III b. 578 ſagt:„Zum Un⸗ glück für ſeinen guten Ruf iſt der Brief noch vorhanden, den er an die beiden Könige erließ, um ſie vor der Verbindung mit der Langobardin zu warnen.“ Vgl. dagegen Thijm p. 322..
²2)..„eo quod Desiderius Langobardorum rex vestram persuadere dinos- citur excellentiam, suam filiam uni ex vestra fraternitate in conuvio copulari.“ Jaffé p. 159.
¹) l. c. p. 163:„ut nullo modo quisquam de vestra fraternitate praesumat filiam iam dicti Desideriiĩ Langobardorum regis in coniugium accipere. Nec iterum vestra nobilissima germana Ghysila tribuatur filio saepe dicti Desiderii.“
*) Vgl. Abel p. 69 u. 70. Ueber die Annahme, auch Karlmann habe ſich neu ver⸗ mählen wollen, p. 69 n. 1.
³) Jaffé p. 159.
³) Paul. Warnefr. lib. de episc. Mett., Pertz 8S. II, 265:„Habuit tamen ante legale connubium ex Himiltrude nobili puella filium nomine Pippi- num“; Einh. v. C. M. c. 20, Jaffé p. 528:„Erat ei filius nomine Pippinus ex concubina editus“; ann. Lauriss. min.(cod. Remensis) c. 24(a. 792): „Hac tempestate inventum est consilium pessimum, quod Pippinus filius regis ex concubina inierat, ut regem interficeret et regnaret in loco eius.“


