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und dadurch die Ereigniſſe in einen ganz anderen Zuſammenhang bringen.“) Denn wenn z. B. Mannert ſagt:„erſt nachher(nach Berthas Reiſe) erſcheint Sturm als Legat Karls, der den Schritt ſicher nicht ohne geſchehene Vorbereitung gethan hätte“²), ſo läßt ſich das gerade Gegentheil mit viel größerem Rechte behaupten. Es iſt doch wohl zu keiner Zeit Sitte geweſen, daß Glieder der königlichen Familie den Diplomaten den Weg ebnen; umgekehrt würde Bertha, ohne daß vorher auf diplomatiſchem Wege das Verhältnis zu Taſſilo geordnet worden wäre, ſicherlich nicht ſelbſt zu dieſem gereiſt ſein und ſich der Möglichkeit einer Zurückweiſung ihrer Vorſchläge ausgeſetzt haben. Daſſelbe gilt von dem Verhältnis ihrer Reiſe zu der Taſſilos nach Italien, und wir können aus dieſem Grunde auch ein Zuſammen⸗ reiſen Berthas mit Sturm nach Baiern und dann mit Taſſilo nach Italien) nicht zugeben, zumal da dieſer Umſtand doch ſicherlich weder von Eigil“) noch vom Verfaſſer der ann. Lauriss. mai. a. 870 ver⸗ ſchwiegen worden wäre, welche letzteren ausdrücklich ſagen:„perrexit domna Berta regina per Baioariam partibus Italiae“⁵), ein Zeichen, daß ſie über den Zuſammenhang der Reiſe Berthas mit der Taſſilos wohl unterrichtet waren. Wenn endlich Mannert, um zu beweiſen, daß Taſſilo ſich erſt im Jahre 770 mit Liutperga verheirathet habe, und daß ſich auf dieſes Ereignis ſeine Reiſe und die erwähnte Urkunde für Botzen bezögen), vorbringt, daß vor 769 die Verhei⸗ rathung Taſſilos nicht habe ſtattfinden können, da Pippin ſie nicht würde geduldet haben, ſo läßt ſich dagegen einfach erwidern, daß Pippin wohl noch weniger Taſſilos offenen Abfall im Jahre 763 geduldet haben würde, wenn er ihn hätte verhindern können.
Müſſen wir ſo Abels Anſicht in Beziehung auf die Chronologie der erwähnten Ereigniſſe unbedingt als die richtige anerkennen, ſo verhält es ſich dagegen anders mit dem von ihm zwiſchen denſelben angenommenen inneren Zuſammenhang. Er ſtützt ſich nämlich dabei auf eine von ihm ſelbſt zuerſt aufgeſtellte Hypotheſe über die Stellung
¹) Die Zuſammenſtellung derſelben ſ. bei Abel p. 40 n. 2 u. p. 55 n. 6.
²) Aelteſte Geſchichte Bajoariens und ſeiner Bewohner, p. 130.
³) Mabillon, Annales ordinis S. Benedicti, II, 204; Eckhart, Francia orien- talis, I, 606 u. 610; Müller, die deutſchen Stämme u. ihre Fürſten, II, 412; Mannert l. c. 232.
*) vita Sturmi, Pertz SS. II, 376, c. 22.
³) 1. c. Pertz SS. I, 149.
⁵) Mannert l. c. p. 231.


