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Dieſe in den einzelnen Quellen zerſtreuten Angaben haben neuere Forſcher auf verſchiedene Weiſe mit einander in Verbindung zu bringen geſucht. Da aber die früheren Arbeiten ſämmtlich von Abel, der die Sache neuerdings eingehend behandelt hat, benutzt ſind¹), begnügen wir uns im Folgenden, Abels Beweisführung einer Kritik zu unter⸗ ziehen und kommen nur, wo es nothwendig ſcheint, auf frühere Be⸗ arbeitungen zurück. Nach Abel war die Hauptſache die zwiſchen den Brüdern erzielte Verſtändigung¹), an die ſich die übrigen Vorgänge anſchloſſen. Die Gründe, welche die Brüder zu dieſem Schritt be⸗ wogen, ſind nach ihm folgende: Am Hofe Karls gewann„die lango⸗ bardiſch geſinnte Partei das Uebergewicht“ und es bot„namentlich die Königin⸗Mutter Bertha ihren Einfluß in dieſem Sinne auf“³); auf ihr Betreiben wurde Sturm zu Taſſilo geſchickt, der nach der Ausſöhnung mit Karl die Vermittelung zwiſchen letzterem und Deſi⸗ derius übernehmen ſollte, wozu er ſich als des letzteren Schwiegerſohn beſonders zu eignen ſchien.“) Nachdem Sturms Miſſion bei Taſſilo, ſowie die des letzteren bei Deſiderius erfolgreich geweſen, habe Bertha ſelbſt die Vollendung des begonnenen Werkes unternommen.“) Bevor ſie jedoch über Baiern nach Italien abgereiſt ſei, habe ſie ihren jüngeren Sohn Karlmann, der ja durch dieſe Ereigniſſe wegen der Nachbarſchaft ſeines Reiches mit dem der Langobarden nahe berührt wurde, zur Ausſöhnung mit ſeinem Bruder bewogen.“) Um ihn, der zu dem Papſte in näheren Beziehungen geſtanden habe als Karl, zu gewinnen, ſei wahrſcheinlich auch die Rückgabe der Städte an den Stuhl Petri verſprochen worden.¹)
Was nun die Chronologie der fraglichen Ereigniſſe betrifft, ſo hat Abel hierin unzweifelhaft das Richtige getroffen, und verdient ſeine Anſicht beſonders den Vorzug vor der Meinung derjenigen, welche Sturms Miſſion nach Taſſilos und Berthas italieniſcher Reiſe anſetzen
und die Auffaſſung der a. Einh. 1. c. p. 149:„Berthrada vero mater regum cum Karlomanno minore filio apud Salusiam locuta pacis causa in Italiam proficiscitur.“ Das Nähere ſ. unten.
¹) K. d. G. P. 53— 56, p. 62 ff.
²) p. 53.
³) p. 54.
*) I. c. p. 55. ⁵) p. 64.
⁴) p. 62 u. 63.
⁷) p. 64.


