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II. Die Reichstheilung im Jahre 768.
Das Dunkel, welches die Jugend Karls und ſeines Bruders umhüllt, ſchwindet auch mit dem am 24ten September 768 erfolgten Tode!) ihres Vaters nicht vollſtändig, da für die 3 Jahre bis zum Tode des jüngeren Bruders uns die Quellen nur vereinzelte Notizen bieten, zwiſchen denen ſich nur ſchwer ein Zuſammenhang erkennen läßt. So haben wir gleich über den Regierungsantritt der jungen Könige und den ihm vorausgegangenen Act der Reichstheilung zwei von einander ganz abweichende Berichte. Nach Einhard) ſetzten die Franken nach Pippins Tode deſſen beide Söhne als ihre Könige ein unter der Bedingung, daß ſie das ganze Reich in zwei gleiche Hälften theilten und Karl den Theil, welchen ihr Vater Pippin beſeſſen, Karl⸗ man aber den, welchen ihr Oheim Karlman gehabt hatte, übernähme. Nach dem 4ten Fortſetzer Fredegars dagegen theilte Pippin ſelbſt das Reich zu ſeinen Lebzeiten mit Zuſtimmung ſeiner Großen und gab dem älteren Sohne, Karl, das„Reich der Auſtraſier“, dem jüngeren, Karlmann, Burgund, Provence, Gothien, Elſaß und Alamannien, Aquitanien aber wurde unter ſie getheilt. ³¹) ¹) Die Stellen ſind bei Abel, K. d. Gr., p. 33 n. 3 zuſammengeſtellt. ¹) Vita Caroli M., bei Jaffé, Bibl. r. G. tom. IV p. 512 c. 3:„Franci siqui-
dem, facto solemniter generali conventu, ambos sibi reges constituunt; ea conditione praemissa: ut totum regni corpus ex aequo partirentur; et Karolus eam partem quam pater eorum Pippinus tenuerat, Karolman- nus vero eam cui patruns eorum Karlomannus praeerat regendi gratia susciperet.“
³) Fredég. Cont. IV c. 136 bei Bouquet, Recueil V p. 9 A. u. B.:... „cernensque quod vitae periculum evadere nou potuisset, omnes Proceres suos, Duces et Comites Francorum, tam Episcopos quam Sacerdotes,


