Aufsatz 
Die deutschen Molière-Übersetzungen. Eine bibliographisch-literarische Studie
Entstehung
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dem Schüler der Ib Karl Noll für Treue in der Schule das von Seiner Majestät zu diesem Zweck zur Verfügung gestellte Bohrdt'sche WerkDeutsche Schiffahrt in Wort und Bild durch den Direktor überreicht.

Vom herrlichsten Wetter begünstigt, gestaltete sich auch die an der Adlerflycht- schule eingebürgerte festliche Begehung des Sedantages wieder' zu einer erhebenden Schulfeier, bei deren Erwähnung unter Hinweis auf die diesbezügliche Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums vom 29. November 1903(Siehe S. 64) hier etwas

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ausführlicher verweilt werden darf. Die Anstalt sucht den Tag, an dem vor wenig mehr als einem Menschenalter Deutschland seine Macht- und Kraftprobe bestanden hat, in fest- licher Erinnerung zu erhalten durch eine Vorführung turnerischer, körperlicher Leistungen. Unter der erprobten Leitung des Herrn Volze und unter Mitwirkung der übrigen Turn- lehrer wurde auch in diesem Jahre ein Schauturnen der Realklassen veranstaltet, zu dem die Eltern der Schüler in großer Zahl erschienen waren, und an dem auch die Behörde durch Entsendung von Vertretern ihre Teilnahme bekundete. Um 8 Uhr morgens an dieser frühen Tageszeit müssen wir festhalten, da sonst die Sonne, die wir an diesem Tage nicht missen mõöchten, bei den Turnübungen hinderlich wäre um 8 Uhr morgens hatten die beteiligten Klassen auf dem Schulhofe Aufstellung genommen. Der Direktor leitete die festliche Stunde ein durch folgende kurze Ansprache:

Als wir im vorigen Jahre an diesem Ehrentage des Vaterlandes hier zusammentraten, um uns gemein- sam an unserem Schulturnen zu freuen, da standen die Festlichkeiten bevor, zu denen sich die gesamte Turner- schaft Deutschlands rüstete, um ihrem Altvater Jahn die gebührende Huldigung darzubringen. In glänzender Weise ist diese Ehrung dann allüberall verlaufen und nicht zuletzt in unserem schönen deutschen Frankfurt. Wer die erhebende Feier in der Paulskirche miterlebt hat, in der vor wenig mehr als einem halben Jahrhundert Jahn auf anderem als turnerischem Gebiet sich nicht minder als echter Deutscher betätigt hat, der wird diese eindrucksvolle Weihestunde so bald nicht vergessen. Die Feste für Jahn gingen vorüber, und es kam das Jahr, in dem wir leben, mit seinem großen allgemeinen deutschen Turnfest in Nürnberg, bei dem sich von neuem gezeigt hat, was Großes dieser Held vollbracht, was Gutes Jahn seinem deutschen Vaterland mit der von ihm begrün- deten Turnerei gebracht hat. Frisch, fromm, fröhlich, frei, sind die Tage in Nürnberg verlaufen: Es wurde geturnt und gefeiert, Alldeutschland hatte sich nicht in den schlechtesten seiner Vertreter zusammengefunden. Solche Festtage sind eine Anstrengung, nach der der gewöhnliche Sterbliche der Erholung bedarf. Wer aber in jenen Tagen des Juli selbst in Bayern war, der konnte erleben, daß unsere Turner so erholungsbedürftig nicht waren. Vom Turnfest ging es auf die Turnfahrt, und sie wollten hoch hinaus, die deutschen Turner: Den Kühnsten war unser höchster deutscher Berg gerade hoch genug, um ihn zum Zielpunkt einer Massen- besteigung zu wählen. Im ganzen Loisachtale weit und breit waren sämtliche Bergführer gedungen, um sie hinauf auf die Zugspitze zu begleiten. Der Himmel hat ihnen mit seinem Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht, und so muften sie sich begnügen, mit den Nichtturnern sich in der Ebene des schönen deutschen Vaterlandes zu erfreuen. Keinen Weg und Steg konnte man mehr gehen, ohne auf einen Trupp Männer oder Jünglinge zu stoßen, die das Abzeichen von Nürnberg auf der Brust trugen. Man hatte aber seine helle Freude an diesen Menschen. Dem Schritt der Leute, ihrem elastischen Gang, dem ganzen Menschen sah man es an, daß sie den Körper in der gehörigen Zucht hatten, daß hier ein Wille im Menschen steckte, dem die Glieder untertan waren. Nun, meine jungen Freunde, auch euch zu solchen gesunden Menschen zu machen, denen man es ansieht, daß sie mit Freuden durch diese Welt gehen und sich an ihr nicht satt sehen können, daran arbeitet auch die Schule durch ihr Turnen schon mit. Wir wollen hier nicht turnen, um uns vor anderen hervorzutun, um uns, wo es auch sei, Preise zu holen, wir wollen hier turnen um des Turnens selbst willen. Ein schlechter Turner, der daran nicht seine auf den ganzen Menschen zurückwirkende Freude hat! Was ein echter Sänger ist, der wird von sich behaupten:Ich singe wie der Vogel singt, der in den Zweigen wohnet. Das Lied, das aus der Kehle dringt, ist Lohn, der reichlich lohnet. Nun, ich meine: Beim rechten Turner sollte das nicht anders sein. Freude gehört auch hier zur Sache selbst, sonst ist auch diese Arbeit nicht die richtige. Und wer sollte sich nicht freuen, wenn er sich hier