Aufsatz 
Die deutschen Molière-Übersetzungen. Eine bibliographisch-literarische Studie
Entstehung
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wissenhaftigkeit und Treue gewährt. Dreißig Jahre hindurch, darunter achtundzwanzig seit Begründung der Adlerflychtschule an dieser Anstalt, hat Herr Fertig im öffentlichen Schuldienste der Stadt Frankfurt gewirkt mit einer geradezu vorbildlichen Energie und Pflichttreue, auch in Zeiten, da das körperliche Befinden dem Menschen schier zum Hemm- nis wird. Unerbittlich gegen sich selbst, gehörte er zu den Erziehern, die in der Nachsicht nicht das Heil der ihnen anvertrauten Jugend erblicken. Seine mit Gerechtigkeit gepaarte Strenge wird ihm gewiß in den späteren Jahren der Erkenntnis manche Schülergeneration, die bei ihm den ersten Grund nachmaligen Könnens gelegt hat, gedankt haben und noch danken. Das Lehrerkollegium aber wird dem langjährigen verdienten Mitarbeiter all- zeit ein ehrendes Andenken bewahren.

Der Gesundheitszustand der Schüler war befriedigend und gibt zu besonderen Bemerkungen keinen Anlaß.

Auch unter den Herren des Kollegiums kamen Erkrankungen in diesem Schuljahr erfreulich wenig vor. Herr Oberlehrer Theodor Morin hatte sich schon am Ende des vorigen Winterhalbjahrs einen Lungenkatarrh zugezogen, der ihn nötigte, bis zum 8. Juni dem Unterricht fern zu bleiben, und das gleichfalls gegen Schluß des letzten Schuljahrs hervor- getretene Herzleiden des Herrn Pietzsch machte sich auch in diesem Jahre wieder geltend und führte namentlich bald nach Weihnachten zu einer bis zu Ostern vorgesehenen Entlastung um wöchentlich 7 Stunden. Sonst waren nur tageweise unpäßlich die Herren Professor Dr. Gran, Oberlehrer Dr. Kuhl, Oberlehrer Endemann, Zeichenlehrer Hein und Vorschullehrer Volze. In allen Fällen konnte die Vertretung fast ausschließlich durch Herren des Lehrerkollegiums ermöglicht werden. Nur für einige Religionstunden des Herrn Pietzsch wurde wieder Herr Pfarrer Herchenröder aus Eckenheim heran- gezogen, der schon im vorigen Jahre in dankenswertester Weise bei uns ausgeholfen hatte. Die Vertretung des Herrn Fertig übernahm bis zu den Herbstferien mit der gleichen Hilfsbereitschaft wie bei früheren Anlässen der pensionierte Lehrer Herr Jos. Ramlohr und dann für das ganze Winterhalbjahr, wie schon oben gesagt wurde, Herr Gustav Gernroth. Allen den Herren, die uns im Laufe des Jahres beigestanden haben, sei hierdurch der herzliche Dank der Schule ausgesprochen.

Der äußere Verlauf des Schuljahrs brachte nichts Außergewöhnliches mit sich. Zu gemeinsamer Erhebung versammelten sich wie üblich die Schüler am Anfang und am Ende jedes Vierteljahrs in der Aula, wo der Direktor zugleich die der Gesamtheit geltenden Mitteilungen machte. Die vaterländischen Gedenktage wurden in herkömmlicher Weise in Erinnernng gebracht.

Am Geburtstage Seiner Majestät des Kaisers hielt Herr Oberlehrer Dr. Simon die Festrede. Aus dem reichen Born seines Fachwissens schöpfend, unternahm er in Gedanken einen Gang durch unsere schönen deutschen Lande und machte zu eingehender liebevoller Betrachtung Halt im Wald und auf der Heide. Die formvollendete Darstellung führte aus, wie nicht nur der Wald seine eigenartigen Reize hat, sondern auf den Eingeweihten auch die Heide ihre mächtige Anziehungskraft auszuüben vermag, wie beide, Wald und Heide, in ihrer Weise mit dem Gemütsleben des Deutschen verwachsen sind und die Liebe zum Vaterland nähren und kräftigen. Nachdem das Hoch auf Kaiser Wilhelm II., den mächtigen Schirm- und Schutzherrn, den vielseitigen Förderer des Deutschtums und des deutschen Vaterlandes, und darauf die Nationalhymne verklungen war, wurde auf Konferenzbeschluß