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1904 Febr. 10. Es wird mitgeteilt, daß Herrn Oberlehrer Dr. Wohlfeil ein Stipendium zu einem dreimonatigen Aufenthalt im französischen oder englischen Sprachgebiet bewilligt sei.
„„ 13. Auf Magistratsbeschluß vom 29. Dezember 1903 ist Herr Wilhelm Lindemuth zu Neviges bei Elberfeld ab 1. April 1904 zum ordentlichen Lehrer an der Adlerflychtschule ernannt worden.
III. Chronik der Schule.
Das zu Ende gehende Schuljahr begann Montag, den 20. April 1903, mit der Prüfung, bezw. Aufnahme der für Real- und Vorschule neuangemeldeten Schüler. Für die Sextaner hatte bereits im Februar eine Vorprüfung stattgefunden. Aufgenommen wurden in die beiden Sexten zu den aus der ersten Vorschulklasse aufrückenden Schülern noch 31, in die anderen Realklassen 9 und in die Vorschule 90 Schüler, davon 88 in die unterste Klasse, die seit diesem Jahre an der Adlerflychtschule verdoppelt, während gleichzeitig an der Klinger-Oberrealschule eine der entsprechenden Parallelklassen V. 3a und 3 b ein- gegangen ist. Der regelmäßige Unterricht nahm seinen Anfang Dienstag, den 21. April, morgens um 8 Uhr mit einer gemeinsamen Andacht in der Aula, wo sodann der Direktor den in das Kollegium neu eintretenden Lehrer Herrn Fran⸗z Stieler¹) begrüßte und der Schule vorstellte und wie alljährlich die in die Realschule aufgenommenen Schüler mit den Bestimmungen der Schulordnung bekannt machte.
Das Lehrerkollegium bestand in dem abgelaufenen Schuljahr aus den folgenden Mitgliedern: Dem Direktor Dr. Oskar Winneberger; den Professoren Dr. Heinrich Reichenbach, Dr. Karl Gran, Otto Morin und Dr. Wilhelm Schauf; den Oberlehrern Dr. August Euler, Dr. Ferdinand Kuhl, Dr. Adolf Collischonn, Theodor Morin, Dr. Paul Wohlfeil, Karl Schiemenz, Alfred Suhle, Dr. Friedrich Simon, Theobald Endemann und Dr. Walther Sarowy; dem Zeichenlehrer Hermann Hein und den Vor- schullehrern Friedrich Fertig, Wilhelm Pietzsch, Gustav Jasper, Andreas Volze, Franz Stieler und im Winter Herrn Gustav Gern roth, der von dem Kuratorium der höheren Schulen zur Vertretung des Herrn Fertig der Anstalt überwiesen wurde. Herr Fertig war schon bald nach den Sommerferien von einem Leiden, mit dem er seit einer Reihe von Jahren zu ringen hatte, wieder so heftig ergriffen worden, daß er zu seinem eigenen größten Bedauern es aufgeben mußte, die Klasse, die er 2 ½ Jahre lang unterrichtet, er- zogen und in jeder Weise aufs beste gefördert hatte, auch noch in den letzten Monaten wichtigster Arbeit zu behalten und zum Ziele, dem Eintritt in die höhere Schule, zu führen. Er sah sich veranlaßt, bei der Behörde um die Versetzung in den Ruhestand einzukommen, und diese wurde ihm unter warmer Anerkennung seiner im Amte stets bewiesenen Ge-
¹) Franz Stieler, geboren am 13. März 1868 zu Frankfurt a. M., besuchte vom 6.—14. Lebensjahre die Ostendschule seiner Vaterstadt. Die Ausbildung zum Lehrerberuf erhielt er in Usingen und blieb nach bestandener Entlassungsprüfung sieben Jahre als Lehrer an der dortigen Präparanden-Anstalt. Während dieser Zeit bestand er im Juli 1890 ebendaselbst die Staatsprüfung. Im Herbst 1895 kam er nach Frankfurt zurück. und trat in den städtischen Schuldienst zunächst als Lehrer an der Battonn-, Brentano- und Souchay-Schule. Von Ostern 1898 bis dahin 1903 war er an der Anna-Schule angestellt.


