Phil. Man fühlt bei solchem Wohllaut sich durch- schauert
Von einem unaussprechlich süßen Etwas.
„Wirf ihn hinaus!“ Wie drastisch! Wie das zündet!
Man sieht ein ganzes Bild vor Augen steh'n.
Arm.
Phil. Und ach! der Satz:„Was man auch sagen
mag,“— Ich halt' ihn für den Glanzpunkt des Gedichts.
Arm.„Was man auch sagen mag“ ist allerliebst!
Bel. Arm. Bel.
Das find' ich auch; das Wort ist eine Perle. Ich wünscht', ich hätt's gemacht.
'S ist unvergleichlich!
Phil. Nimmt etwa wer Partei für jenes Fieber, Der wird zurecht gewiesen, scharf und kurz: Sei resolut, verachte das Geschwätz,
„ Und wirf's hinaus, was man auch sagen mag. Es liegt darin weit mehr noch als man denkt; lch weiß nicht, ob Ihr's fühlen könnt wie ich, Ich aber les' in dieser einen Stelle 3
Millionen Worte.
Bel. Phil.
Ja, der Vers ist groß!— Als Ihr„Was man auch sagen mag“ erfandet, War Euch in dem Moment schon selbst die ganze Tragweite dieses Zwischensatzes deutlich? Durchschautet Ihr genau, was darin liegt? War't Ihr der vollen Wirkung Euch bewußt? Triss. He! He!—
Arm. Ich lieb' auch den„verneinten Dank“; Sieht man's nicht vor sich steh'n, dies un- dankbare,
Unhöfliche, nichtswürd'ge kalte Fieber,
Das seine güt'ge Wirthin molestirt?
Phil. Genug, die Quaternarien sind vortrefflich; Nun laßt, ich bitt' Euch, die Terzetten hören.
Arm. Ach! Noch einmal:„was man auch sagen mag!“
Triss.„Wirf ihn hinaus, den schlimmen Feind, Was man auch sagen mag, hab' Acht! Mir ahnt, daß er mit Vorbedacht Dich erst noch anzufallen meint.“
Arm.
Ah!— Bel.
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Phil.
Arm.
Bel. Arm.
Bel. Phil. Arm., Phil.
Bel. Phil.
Triss.
Arm.
Phil.
Arm. Triss. Phil., Triss. Phil., Triss. Phil., Triss. Arm. Phil,
. Man wird bei diesen Versen ganz benommen
Von einer rätselhaften Trunkenheit.
.„Wirf ihn hinaus ganz glatt;
Denn nichts kann ihn entschuldigen.“
Wie jedes Wort in süßen Tönen prunkt!
„Entschuldigen“— der Klang ist unerreichlich.
„Wirf ihn hinaus ganz glatt.“
„Ganz glatt“— die Stelle scheint mir unver- gleichlich;
Das ist für mein Gefühl der Höhepunkt.
Ja, dies„ganz glatt“— mich reißt es gleich- falls hin
Ich stimme bei;„ganz glatt“ ist meisterhaft.
Hätt' ich's gemacht!
Es liegt ein ganzes Drama drin.
Erkennt ihr auch des Wortes tiefre Kraft?
Bel. Oh, oh!
„Wirf ihn hinaus ganz glatt.“
Wenn jemand für das Fieber nimmt Partei,
Verjag' es dessenungeachtet;
Wirf's nur hinaus, ganz glatt— ganz glatt.
Ich weiß nicht, ob ihr gleiches fühlt dabei;
Mir aber predigt dieser Ausdruck Bände.
Wer sich auf solche Knappheit auch verstände!
(zu Triss). Doch sagen Sie: Als dies„ganz glatt“ entstand, Kam Ihnen zum Bewußtsein, was Sie schufen, Und haben Sie den Eindruck voll erkannt, Den Sie damit hervorgerufen?
Hm, hm! Auch„angegriffen hat“ ist prächtig Und doppelsinnig, weil das Fieber hier er-
scheint Wörtlich als Krankheit, bildlich als Feind.
Die beiden Strophen wirkten mächtig.
Nur weiter jetzt; wir sind noch lang nicht satt. Erst einmal noch da capo dies„ganz glatt“. „Wirf ihn hinaus ganz glatt.“
Arm., Bel.„Ganz glatt“!
„Denn nichts kann ihn entschuldigen,“ Arm., Bel.„Entschuldigen“!
„Daß er, statt dir zu huldigen,“
Arm, Bel.„Huldigen— entschuldigen“ „Dich angegriffen hat.
„Angegriffen hat“!
Bel. Ah!


