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Die Stiche in diesem Werke sind dieselben wie in der Ausgabe von 1694, die ihrerseits wieder Nachbildungen der Amsterdamer Textausgabe von 1691 sind. Neu hinzu- gekommen ist nur ein Bildnis Molières, das sich am Anfang des ersten Bandes befindet und die Unterschrift trägt:„Joannes Baptista Poquelinus Molerius, Parisiensis, comicorum sui saeculi poëtarum princeps. Natus Ao 1621. Denatus Ao 1673“9.—
Interessant ist die gereimte Warnung, durch die der Verleger sein Werk gegen Nachdruck zu schützen suchte. Es heißt da:
„Der Teutsche Moliere An die Buchdrucker und Buchhändler, die sich des Nachdruckens unterstehen wollen.
Wer Recht und Ehrlich thut, verdient den Adels-Helm, Wer aber mich nachdruckt, der ist ein Dieb und Schelm: Wen solcher Titel nicht schröckt von dem Vorsatz ab, Den führ' ein Statua, wie Don Juan zu Grab.“
In einer Anmerkung wird dann noch des näheren beschrieben, wie kläglich es dem Don Juan ergangen ist.
In der Vorrede, die diesmal von dem Ubersetzer selbst geschrieben ist, erfahren wir den Grund, warum diese neue Übersetzung der ersten sozusagen auf dem Fuße folgte. Es heißt da gleich im Anfange:„Hier lieffere ich eine gantz neue und mit sonderbarem Fleiß verfertigte Übersetzung von eben' denenselbigen anmuthigen und lustigen Comödien des Herrn von Moliere, weiland Königlich-Frantzösischen und unvergleichlichen Comödian- tens zu Paris, welche vor Lurtzem das erste mahl, Zwar in teutscher Sprach, an das Licht gekommen, aber in einer so ungerathenen Arth und hundertfältigverkehrten Wort-Verstand des Frantzösischen Exemplars, daß es kein Wunder, wann alle verkehrte und übelständige wWörter, von der schwartzen Presse auf dem Papier, vor SCHam gantz roth, erschienen wären.“
Zahl und Anordnung der übersetzten Stücke mußte selbstverständlich dieselbe pleiben, damit eine UÜbereinstimmung mit der französischen Textausgabe erzielt wurde. Die bessernde Hand des neuen Gbersetzers fällt einem schon in der Wiedergabe der Titel von den einzeilnen Stücken auf. Das„Verzeichnuß der in diesen dreyen Theilen enthaltenen Comödien-Stücke“ lautet jetzt:
Erster Theil. Die Lebens-Beschreibung des Herrn von Moliere.— Des Don Pedro Gast- mahl.— Der widerwillige Medicus.— Der Sicilianer oder die mahlende Liebe.— Die Gräffin von Oarfunckelstein.— Der Juncker von Schweinickel.— Die lächer-
lichen Einbilderinnen oder der verspottete Hochmuth. Zweyter Theil. Der Burgerliche Edellmann.— Der Krancke in der Einbildung.— Amor der Artzt.— Die gezwungene Ehe.. Dritter Theil. Georg Dandein: oder der beschämte Eh-Mann.— Der Geitzige.— Des Scapins listige Betrügereyn.— Des Moliere Geist.“ Auch der Zweck dieser Ubersetzung ist, wie schon aus dem Titel hervorgeht, der
gleiche wie bei der von 1694. Nur spricht sich der Übersetzer diesmal in der Vorrede


