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nach Abzug aller Verwaltungs- und sonstigen Kosten, von 40 bis 50,000 Gulden für die fürstliche Hofkammer verloren gegangen sei.*)
Dieses war für Nassau-Weilburg der Anfang der Leiden, welche, sich stets toigornd. ganz Deutschland allzulange drücken sollten. Gewiss wird Niemand das Gute mancher mit der französischen Umwälzung zusammenhängenden Veränderungen verkennen, aber das erduldete Elend und die getragene Schmach muss auch heute noch jedem Deutschen als ein Einsatz für das Erstandene erscheinen, welchen er um keinen Preis wieder in die Wag- schaale werfen will. Wie viel höher durfte 1870 und 1871 dem geringsten deutschen Manne, mochte er selbst mit den Waffen in der Hand den abermals Tod und Verderben drohenden Feind abwehren, oder daheim für der streitenden Brüder Wohl sorgen und von ihren Thaten hören, das Herz schlagen, als den kleinen deutschen Herrn des vorigen Jahrhunderts, welche vor einem französischen General oder Obersten, oder gar vor einem Schreiber und verkommenen Studenten, welche als„Commissäre der vollstreckenden Ge- walt“ erschienen, zittern und sich sammt ihren Unterthanen von solchen misshandeln lassen mussten. Bei solcher Betrachtung kann kein ehrlicher Deutscher auch in unseren Tagen noch politische Veränderungen beklagen, welche Deutschlands Einigkeit und seine bereits gegen den Erbfeind erprobte Stärke schufen. Schon im Jahre 1793 musste die preussische Macht den Hilflosen am Rheine helfen, und die einzige erhebende Erscheinung in der langen Zeit des Elendes ist das mit seinem Volke fest verbundene preussische Kö- nigshaus, dessen Ehre noch bestand, als es„keinen preussischen Staat, keine preussische Armee, keinen Nationalruhm mehr“**) gab, welches„auf dem Wege des Rechtes leben und sterben und, wenn es sein muss, Brot und Salz essen“***) will, für das„es keinen andern Ausweg gibt, als einen ehrenvollen Frieden oder ehrenvollen Untergang, weil ehr- los der Preusse und der Deutsche nicht zu leben vermag“.****) Wie ganz anders klingt es, wenn ein König seinem Volke zuruft:„Grosse Opfer werden von Allen gefordert werden....; aber welche Opfer auch gefordert werden, sie wiegen die heiligen Güter nicht auf, für welche wir sie hingeben, für die wir streiten und siegen müssen, wenn wir nicht aufhören wollen, Preussen und Deutsche zu sein“, und wenn ein Gelehrter eines deutschen Kleinstaates im Jahre 1800 in einer Jubelhymne auf die Rückkehr seines ge- flohenen Fürsten singt:
Klagen halleten laut von den Gestaden des Stromes der grünen Lahn bis zu der tosenden Brandung unseres Rheines, Klagen Deines beglückten Volks: Als Du schiedest von uns bei herannahendem Wildem Feindesgezücht grässlicher Gallier, Um Dein köstliches Leben Dir zu sichern und süsse Ruh.“——
*) Das Amt Saarwerden war für Nassau-Weilburg verloren; auch die beiden anderen linksrheinischen Gebiete wurden bald von demselben losgetrennt; doch wurde ihm eine reichliche Entschädigung durch den Reichsdeputationshauptschluss zu Regensburg vom 25. Februar 1803, welcher ihm den rechtsrheinischen Theil des aufgehobenen Kurfürstenthums Trier und die Abteien Arnstein, Marienberg und Schönau zutheilte.
**) Aeusserungen der Königin Luise zu den beiden ältesten Prinzen und deren Erzieher nach der Schlacht bei Jena.
***) Brief der Königin Luise an ihren Vater vom 24. Juni 1807.
****ꝙ) Aufruf des Königs„An mein Volk“ 17. März. 1813.


