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„Horchl der Drommeten Ton, hallender Pauken Schlag Ruft sirenisch Dich fort, zaubernd durch Silberklang,
In die stürmische Feldschlacht, Zu erkäümpfen Unsterblichkeit!
Hal Dich locket er nicht! Denn Du erkaufest nie Deinen ewigen Ruhm mit dem verströmten Blut
Junger blühender Männer Und der Mütter und Bräute Tod.
Klingt das nicht wie Hohn, oder ist es nicht wenigstens ein unwillkürlich gemachter Vor- wurf der Feigheit? Und dennoch ist diese Hymne„gesungen mit unnennbarem Ge- fühle der Freude und mit der tiefsten Ehrfurcht dargebracht“, und der Fürst fühlte daraus keinen solchen Vorwurf, weil Tapferkeit aus Ohnmacht unmöglich war. Unter der glän- zenden Hülle der Einzugsfcierlichkeiten drängt sich unaufhaltsam die Schmach des ent- ehrenden Friedens hervor. Uns jammert ein solches Bild; wir wenden uns ab und finden aufrichtenden Trost durch ein ganz anderes, welches uns eine deutsche Frau,„ein guter Engel für die gute Sache“, eine Königin in der Verbannung bietet, welche vor ihren Söhnen steht und ihnen zuruft:„Ach meine Söhne!... Ruft künftig, wenn Eure Mutter nicht mehr lebt, diese unglückliche Stunde in Euer Gedüchtniss zurück. Weinet meinem Andenken Thränen, wie ich sie in diesem Augenblicke dem Umsturze meines Vaterlandes weine. Aber begnügt Euch nicht mit Thränen allein! Handelt, entwickelt Eure Krüfte. Vielleicht lässt Preussens Schutzgeist sich auf Euch nieder. Befreit dann Euer Volk von der Schande, dem Vorwurfe und der Erniedrigung, worin es schmachtet. Suchet den jetzt verdunkelten Ruhm Eurer Vorfahren von Frankreich zurückzuerobern, wie Euer Urgross- vater, der grosse Churfürst, einst bei Fehrbellin die Niederlage und Schmach seines Vaters an den Schweden rächte.“
„Der Mutter Vermächtniss aus den Unglückstagen“ ist getreulich, wie kein zweites, vollstreckt worden. Preussens Schutzgeist ist ganz Deutschlands Schutzgeist gewesen, so dass dieses im Bewustsein seiner Kraft nunmehr ruhig der Dinge harren kann, die da kommen werden. Aber zusammenhalten müssen wir immer, wenn es nicht Noth haben soll, und gerade jetzt nicht am wenigsten, da wir stündlich den Angriff desselben Feindes zu erwarten haben, welcher es uns für einen Frevel anrechnet, dass wir uns nicht wie in den Tagen des französischen Königthums, der Revolution und des ersten Kaiserreichs auch im Jahre 1870 haben plündern und in gleicher Weise misshandeln lassen, dass wir uns entrissenes Land und einen verschwindenden Theil des sonstigen Raubes wiedergenommen haben. Das einzige Band, welches noch alle, sonst so tief gespaltenen Parteien Frank- reichs zusammenhält, ist der Grimm gegen Deutschland. Ob Republikaner, ob Bonapar- tisten, ob Legitimisten, ob Communisten: alle sind darin einig, dass Rache an Deutschland genommen werden muss. Es ist unzweifelhaft, dass in kurzer Zeit ein Krieg entbrennen wird, in welchem die Wuth dieser leidenschaftlichen Nation mit Aufbietung aller Volks- kräfte sich entfesseln wird. Was wir da zu erwarten haben, wissen wir, da wir nicht mehr zu kämpfen haben mit noch einigermassen chevaleresken Heerführern, welche bei ihren Untergebenen Plünderung und Gewalt gegen Wehrlose mit dem Tode bestrafen, sondern mit solchen, welche wie 1870 die Leidenschaften ihrer Schaaren mit glänzend dargestellter Aussicht auf Beute und jeglichen Sinnengenuss anfachen, nicht mehr mit


