Aufsatz 
Anschauliche Darstellung vom Bau und Laub der Holzgewächse / vom ... Karl Völker
Entstehung
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Die Bürgerſchule hat ſeit 1833(wohl nur bis 1836, woraus ſich die große Seltenheit*) erklärt), den beſten Schülern Brabeonen verliehen.

1. V: Ein Lorbeerkranz mit einer Schleife, darin die Worte: DIE BURGER- SCHULE ZU] CASSEL. Hoher Rand.

R: Auf einer Tiſchplatte eine Erdkugel, ein Tintefaß, ein Ferntubus, Maaßſtab, Zirkel, mehrere Bücher, Noten, Landkarten; auf einem aufgeſchlagenen Buche B S(Biblia Sacra), am Tiſchrande der Name des Verfertigers des Stempels G. KAUPERT Umſchrift: FUR BEWIESENEN FLEISS. Hoher Rand.

Größe: 35 mm Durchmeſſer.

Dieſe Medaille rührt von Dr. Karl Chriſtoph Schmieder her, der ſeit 1812 erſter Lehrer, vom 17. November 1815 bis 31. März 1843 Inſpektor der Anſtalt war und am 23. Oktober 1850 zu Kaſſel an der Cholera geſtorben iſt.

Zum 50 jährigen Jubelfeſte der 1843 gegründeten Realſchule hat Herr Oberrealſchuldirektor Dr. Karl Ackermann Erinnerungsmünzen in Aluminium und in Zinkkompoſition(Nickelzink, verſilbert) in der renommierten Prägeanſtalt von Ch. Lauer in Nürnberg prägen laſſen, welche die Schüler an einem blauweißen Bande(Farben der Stadt Kaſſel) trugen. Es ſind auch Stücke ohne Henkel, ſowie einige bronzene Exemplare geprägt worden.

2. V: Innerhalb eines Perlenringes die Inſchrift: zUR ERINNERUNG(im Bogen) AN DIE

50 JXHRIGE JUBELFEIER] Verzierung KASSEI.] 4. MAI 1893. Umſchrift: EINER. PFLEGE-

STXTTE. DEUTSCHER. BILDUNG UND. CHRISTLICHER. GESITTUNG*

R: Bild des Schulgebäudes. Im Abſchnitt: OBERREALSCHULE]ZU KASSEIL] 184393. Auf beiden Seiten eine zackige Randverzierung.

Größe: 40 mm D.

IV. Handwerksſchulen.

Derartige Anſtalten haben in Kurheſſen durch eine Verordnung des Kurfürſten Wilhelm I. vom 5. März 1816 ihre Begründung gefunden. Diejenige zu Kaſſel wurde von dem Bürgerſchul⸗Inſpektor Profeſſor Dr. Schmieder eingerichtet und unterſtand auch ſeiner Inſpektion.

Auf ſeine Anregung vom 1. Dez. 1833 ſind auch hier ſeit 1835 Schulmünzen aus Silber verteilt worden, deren Stempel unter Beirat des Profeſſors Ruhl von G. Kaupert gefertigt ſind.

V: In einem oben offenen, aus einem Lorbeer⸗ und einem Palmenzweige gebildeten Kranze mit Doppelſchleife die Inſchrift: DIE HANDWERKS⸗ SCHULEZU] CASSEL Hoher glatter Rand.

R: In einem geſchloſſenen Kranze aus Kornähren die Inſchrift: FURBEWIESENEN FLEISS. Darunter ein Bienenkorb mit 9 herumſchwärmenden Bienen. Hoher glatter Rand.

Größe: 35 mm D.

V. Zeichenſchulen, Kunſtakademien.

1. Königliche Zeichen⸗Akademie zu Hanau. Der Erbprinz Wilhelm, älteſter Sohn des Landgrafen Friedrich II., ſtiftete als ſelbſtändiger Graf von Hanau(1760 bis 1785) im Jahre 1772 auf die Bitte der Gold⸗ und Kleinodienarbeiter eine Zeichenſchule zu Hanau, in deren am 20. Juli unterzeichneten Stiftungsbriefe ſchon von Preismünzen geredet wird. Die erſte Preisverteilung fand nach dem Hanauiſchen Magazin im Jahre 1773 ſtatt, und in derſelben Quelle werden 1779 eigens dazu geprägte ſilberne Medaillen erwähnt, über die

*) Bisher habe ich nur ein Stück in Zinn bei Herrn Sekretär Stern gefunden.