— 45—
Oktober begleiteten wir die sterblichen Überreste des Direktors derselben Anstalt, Prof. Dr. Karl Buderus, zur letzten Ruhestätte. Ersterer hatte auch um unsere Anstalt sich Verdienste erworben durch seine eifrige Thätigkeit als Mitglied des ständigen Ausschusses unseres Pro- vinzialvereins, letzterer durch seine Beförderung der Zusammenlegung der Lehrerbesoldungs- etats der beiden höheren städtischen Schulen, welche immer mehr die Möglichkeit herbeiführen wird eine gerechtere Verteilung der Gehälter auf Grund des Dienstalters in einem über die einzelne Schule erweiterten Kreise eintreten zu lassen. Am 29. Februar fand eine Abend- Sunterhaltung statt, in welcher drei Lieder für Chor, ein Geigenduo, ein melodramatischer Vortrag, die Deklamation eines Reuterschen Gedichtes, eine englische und zwei deutsche dra- matische Aufführungen zu Gehör gebracht wurden. Der Reinertrag des Abends, auf 145 Mark 10 Pfg. sich belaufend, wozu noch 13,60 Mark Überschuss von einer in erweitertem Familien- kreise von einigen Schülern der Sekunda und Prima veranstalteten Abendunterhaltung eines von dem Direktor genehmigten litterarischen Kränzchens kommen, sind für die Preimestiftung bestimmt. Die Unkosten waren diesmal ziemlich hoch geworden, da ein nicht unbedeutender, erst in einigen Jahren vollständig zu tilgender Betrag für die Beschaffung des Unterbaus einer Bühne verwendet werden musste, während im vorigen Jahre eine grössere Ausgabe für Vor- hänge zum Abschluss eines Bühnenraumes von den damaligen Schülern der Untersekunda b durch freiwillige Beiträge geleistet worden war.
Bei der vorjährigen Entlassungsprüfung bestanden alle 10 Geprüften; drei derselben, Gräser, Ohlhorst und Kleemann, waren von der mündlichen Prüfung befreit worden. Im Herbst fand keine Reifeprüfung statt; für den Ostertermin sind die 8 Oberprimaner zugelassen. Die schriftliche Prüfung fand vom 23.—28. Januar statt; die mündliche Prüfung ist auf den 20. März angesetzt. Prüfungen zum Nachweise der Reife für Prima oder für andere Klassen haben nicht stattgefunden.
Am 5. November und am 8. Februar wohnte Herr Provinzialschulrat Dr. Lahmeyer dem Unterrichte einer Anzahl von Lehrern, das letzte Mal nur von Mitgliedern des Seminars, bei. Uber die Art und die Ergebnisse des Unterrichts äusserte er fast ausnahmslos seine Zufriedenheit.
Sommerausflüge für einen ganzen oder einen halben Tag wurden nur von wenigen Klassen unternommen, da zwei grössere Ausflüge, zur Beobachtung der Sonnenfinsternis mit Bewilligung des Königlichen Provinzialschulkollegiums, der eine nach Eisleben, der andere nach dem Meissner, unternommen, eine grössere Anzahl von Schülern der verschiedenen Klassen und von Lehrern bereits für mehr als einen Tag hinausgeführt hatten. Im Winter- halbjahre erhielten die Klassen einen Nachmittag zum Eislauf frei, soweit sie keinen oder nur einen halbtägigen Sommerausflug gemacht hatten; für die übrigen Klassen wurde ein freier Nachmittag durch Verlegung von Stunden hergestellt.
Das Curatorium bestand aus folgenden Herren: 1) Oberbürgermeister Weise als Vor- sitzendem, 2) Stadtratsmitglied Tegethof, 3) Bürgerausschussmitglied Geheime Commerzienrat Henschel, 4) Kaufmann Rittershaussen, 5) Privatbaumeister Potente, 6) Stadtschulrat Born- mann, 7) Pfarrer Wagner, 8) Direktor Wittich. Das Kompatronat des Staates hat noch keine Vertretung wieder gefunden.
Das Lehrerkollegium setzte sich folgendermassen zusammen: 1) Direktor: Dr. Wittich; 2) Oberlehrer: Prorektor Professor Heuser, Professor Grebe, Dr. Hornstein, Dr. Siebert, Dr. Kramm, Stange, Zwirnmann, Dr. Schantz, Dr. Grebel; 3) Ordentliche Lehrer: Krauth,


