Aufsatz 
Über Euripides'Iphigenie unter den Tauriern und Goethes Iphigenie auf Tauris
Entstehung
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reichend vertraut gemacht und somit bereits die Reife zum Eintritt in eine mit dem betr. Klassenunterricht beginnende Obersekunda erworben habe.

31. Januar 1888. Das K. P. Sch. K. überweist den Kandidaten des höheren Schulamts Julius Heuser von Ostern d. J. ab dem Realgymnasium zur Ableistung des pädagogischen Probejahres.

III. Chronik der Schule.

Das Schuljahr begann am 18. April 1887. Am 18. Mai wurde die Jahresversammlung des Vereins von Lehrern höherer Unterrichtsanstalten unserer Provinz zu Eschwege von den Herren Prorektor Heuser, Oberlehrer Dr. Hornstein und Zwirnmann, Dr. Ulrici, Heydenreich, Siebert, Dr. Knabe und dem Direktor besucht; es fielen infolgedessen 16 Unterrichtsstunden an diesem Tage aus. Die Pfingstferien dauerten vom 27. Mai bis 1. Juni, die Sommerferien vom 4. Juli bis zum Monatsschluss, die Herbstferien vom 26. September bis 8. Oktober, die Weihnachtsferien vom 23. Dezember 1887 bis 7. Januar 1888. Am 14. Februar, als am Fast- nachtstage, fiel der Unterricht aus. In den Sommerferien wurde für Schüler der unteren und mittleren Klassen eine Ferienschule abgehalten.

Am 22. März 1887 wurde der 90. Geburtstag Seiner Majestät unseres Kaisers und Königs Wilhelm durch eine Schulfeier mit Chorgesängen, Deklamationen und einer Rede festlich begangen, in welcher Realgymnasiallehrer Dr. Danker die Bedeutung des Deutschen Sprachvereins und der deutschen Kolonisationsbestrebungen für die Zukunft unseres Volkes nachwies. Als wir schon mit den Vorbereitungen zur Feier des einundneunzigsten Geburtstags beschäftigt waren, traf am 9. März d. J. die Trauerkunde ein, dass um ½ 9 Uhr unser greiser Herrscher aus dem Leben geschieden sei. Der Direktor versammelte vor 11 Uhr die Schüler im Festsaal der Schule, um ihnen Mitteilung von dem Gemeldeten zu machen. Er wies kurz darauf hin, wie tief jetzt unser ganzes Volk traure, da es einen Kaiser verloren, an dem aller Herzen mit Liebe hingen, weil wir ihm das Höchste verdankten, was unsere Väter sich erträumt, was wir selbst ersehnt, ein einiges, mächtiges deutsches Reich, für das derselbe Herrscher nach dem blutigen Kriege nun schon so viele Jahre den Frieden nach aussen zu sichern und Gedeihen und Zufriedenheit im Innern zu fördern gewusst; er gab der schweren Sorge Ausdruck, die aller Herzen bei dem so unsäglichen Leiden unseres Kaisers Friedrich erfülle, für dessen Wiedergenesung schon seit Monaten auch unsere Gebete zum Himmel em- porstiegen, so oft wir zu gemeinsamer Andacht uns vereinigten; er bat Gott um seinen ferneren Schutz für unser liebes deutsches Vaterland. Dann hiess er die Schüler still nach Hause gehen und am Nachmittag wieder zum Unterricht sich einfinden, um so dem Dahingeschiedenen nachzueifern, der getreue Pflichterfüllung stets als seine höchste Aufgabe angesehen.

Nach der amtlichen Veröffentlichung der Verlobung Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich von Preussen mit Ihrer Grossherzoglichen Hoheit der Prin- zessin Irene von Hessen und bei Rhein sandten Direktor und Lehrerkollegium ihre Glück- wünsche in Form einer von Herrn Karbiner in ihrem künstlerischen Ausseren entworfenen Adresse an den Prinzen Heinrich, welcher bekanntlich, so lange er überhaupt an dem öffentlichen