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den Kranz zu nehmen, gerät in einen Zustand förmlicher Verzückung, da ihm von solcher Hand die Gabe gereicht ist. So findet ihn Antonio von Montecatino, des Fürsten Minister, der eben nach Erledigung eines schwierigen Auftrags von Rom zurückkommt; einer gewissen Eifersucht darüber, dass dem Dichter so hohe und grossartige Belohnung zu teil geworden, und namentlich, dass ihm die Frauen ihre Gunst zugewendet haben, kann er sich nicht entschlagen; er verletzt den Hochgestimmten mit einigen höhnenden Worten, und nur der Prinzessin gelingt es, Frieden für den Augenblick zu stiften.
Noch ganz voll von der Auszeichnung, die ihm eben zu teil geworden, zugleich stark erregt durch das Zusammentreffen mit Antonio, sucht Tasso die Prinzessin auf, um im Gespräch mit ihr neue Seligkeit und innere Beruhigung zu finden. Sie hält ihm vor, wie wenig die Aufgabe des Dichters hinter der des Helden zurückstehe, den er um seine Stellung in der Welt beneide, sie zeigt ihm, wie seit ihrem ersten Zusammentreffen ein festes geistiges Band ihr. Herz mit ihm ver- knüpft, sie empfiehlt ihm an ihren Bruder in vollem Vertrauen sich anzuschliessen, Antonios Freund- schaft, die sie vermitteln wolle, nicht von sich zu weisen; sie wundert sich, dass er der Gräfin nie, wie sie es wünschte, näher habe treten wollen. Sie warnt ihn davor, sich auf sich selbst zu beschränken, sie hält seinem Lob der goldenen Zeit, in der erlaubt war, was gefiel, als richtigen Wahlspruch das Wort entgegen: Erlaubt ist, was sich ziemt. Mit diesem Spruch im Sinn können verwandte Herzen einander immer aufs neue eine goldene Zeit schaffen. Sie warnt ihn, als die Phantasie ihm die Erfüllung seiner heissesten Wünsche vorgaukelt, vor der Masslosigkeit, die ihn so leicht ergreift. Er ist nun ihrer Liebe ganz gewiss. Ihr soll auf ewig seine ganze Seele geweiht sein. Für sie möchte er alles dulden, alles vollbringen.
Das hat er sich eben im Selbstgespräch gelobt, als Antonio zu ihm tritt. Den möchte er jetzt vor allem sich gewinnen. Stürmisch trägt er ihm seine Freundschaft an; die zuerst freundlich- verständige, dann gemessene, endlich kalte Ablehnung eines sofortigen Herzensbundes reizt den Dichter nur zu nachdrucksvollerem Fordern desselben, führt nach und nach zu immer schärferen Entgegnungen von beiden Seiten und endigt damit, dass Tasso gegen Antonio den Degen zieht.
Das Erscheinen des Fürsten hindert weitere Verletzung des Burgkriedens, bringt aber Tasso nicht zur Erkenntnis seines Unrechts, vielmehr glaubt er sich mit ungerechter Härte bestraft, als Alfons ihm Zimmerarrest erteilt. Mit erzwungener Demut legt er Degen und Kranz zu des Fürsten Füssen. Nach seiner Entfernung richtet Alfons an Antonio die Aufforderung sich baldigst mit Tasso zu versöhnen, da er, als der Verständigere, wohl die grössere Schuld an dem Zerwürfnisse trage. Der Staatsmann erklärt, er sehe ein, was er verfehlt, und werde gern gehorchen.
Inzwischen ist das Gerücht von dem Vorgefallenen zur Prinzessin gedrungen; von der Gräfin erhält sie etwas genauere Nachrichten. Zugleich sucht ihr diese klar zu machen, es sei zu Tassos Bestem, wenn er sich für einige Zeit von Ferrara entferne; und zögernd willigt sie ein, dass ihm dieser Rat erteilt werde.
Überzeugt, dass der Fürst ihm seine Gunst entzogen, findet Tasso nur noch in dem Gedanken Trost, dass das Herz der Prinzessin ihm zugewandt ist. Da erscheint die Gräfin. Sie hat sich von Antonio, der den Zeitpunkt zu einer Entfernung Tassos nicht für geeignet hält, nicht in ihrem Plane wankend machen lassen. Nachdem sie vergebens versucht hat Antonio gegen Tassos


