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Wo der Hauptkrater des Vogelsberg-Vulkans lag, ist un- gewiss(man vermutet auf dem Plateau des Oberwaldes), sicher traten aber auch aus Nebenkratern vulkanische Massen aus. Solche Eruptionsstellen glaubt man auch in kraterähnlichen Ver- tiefungen gefunden zu haben, die später mit Kieselgur, Tuffen etc. erfüllt wurden(Kieselgurlager bei Altenschlirf, Beuern u. a.). Ein besonderes vulkanisches Ausbruchsgebiet scheint auch die Gegend von Ober- und Nieder-Moos und Gunzenau gewesen zu sein. Desgleichen sind die parasitischen Krater, die sich bis in die Randgebiete hinein erstrecken, hierher zu rechnen, wie der Staufenberg, die Ronneburg, der Gleiberg u. a.
Die Erkennung der ursprünglichen Verhältnisse des Vogels- berg-Vulkans ist durch die starke Denudation ausserordentlich erschwert; eine künftige, genaue geologische Untersuchung dürfte daher noch manches neue und unerwartete Resultat bringen.
Im Zusammenhange mit der vulkanischen Tätigkeit des Vogelsberges steht auch das Vorkommen von Säuerlingen, d. h. kohlensäurehaltigen Quellen, die besonders am Gebirgsrande und in der Wetterau auftreten; sie sind als letzte Aeusserungen des vulkanischen Herdes anzusehen(z. B. Selzer-Brunnen bei Gross-Karben, Römer-Brunnen bei Echzell), auch in den Sprudeln von Bad-Nauheim und Vilbel scheint die Kohlensäure vulka- nischen Ursprungs zu sein. Endlich verdanken wohl auch die Eisenerze des Vogelsberges ihre Entstehung vulkanischen Pro- zessen; es sind Brauneisenabsätze, anscheinend von tertiären Eisensäuerlingen, die längs tektonischer Störungslinien auftraten, wie bei Mücke, Flensungen, IIsdorf.
Unter der Decke der basaltischen Gesteine tritt an wenigen Stellen ein anderes Eruptivgestein auf, das z. T. wohl die Unter- lage der Basaltmassen bildet. Es ist dies der Phonolith. In der Nähe von Echzell am Schieferberg und an einigen Punkten im Oberwalde geht der Phonolith zu Tage aus; in der Tiefe wurde er bei den Bohrungen in Salzhausen angetroffen. Eine besondere Bedeutung für die Oberflächengestaltung kommt ihm jedoch nicht zu.
Die Tuffe sowohl wie die Basalte reichten einst weit nach Süden und Westen über das jetzige geschlossene Basaltgebiet hinaus, also in die heutige Wetterau. Wurde später durch Erosion oder Denudation der Zusammenhang mit dem Vogelsberg unter- brochen, so blieben isolierte, basaltische Partieen übrig, wie


