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der früher bis zum Odenwaldvorlande und in die Wetterau rei- chenden Decke von Rotliegendem.
Eine besondere Stellung nimmt der Rochusberg bei Bingen ein, der von devonischen Schiefern und Quarziten aufgebaut wird. Dieses räumlich unbedeutende Gebiet, das gene- tisch zum rheinischen Schiefergebirge gehört, ist eine durch das heutige Rhein- und Nahetal vom Taunus— Hunsrückzuge abgetrennte Scholle.
Propinz Oberhessen.
Die Provinz Oberhessen ist geologisch zu gliedern in: 1. Basaltgebiet des Vogelsberges, 2. Wetterau, 3. Ausläufer des Taunus, 4. Trias- und Tertiärrand des Vogelsbergés. Der Vogelsberg die grösste zusammenhängende Basaltmasse Europas, stellt sich topographisch dar als eine schildförmige Erhebung mit sanft an- steigenden Rändern und einem höheren Buckel in der Mitte, dem sogenannten Oberwald. Hier liegt auch der höchste Punkt des Vogelsberges, der Taufstein mit 772 m. Von der zentralen Hoch- fläche verlaufen in radialer Richtung zahlreiche Täler. Der äussere Umriss des ganzen Gebirges bildet ungefähr einen Kreis von etwa 55 km Durchmesser. Das eigenartige topographische Bild des Vogelsberges ist die Folge seines geologischen Auf- baues. Der heutige Vogelsberg ist der Rest eines tertären Vul- kangebirges, das einst mit dem Aetna grosse Aehnlichkeit hatte, ihn aber an Ausdehnung übertraf. Zwar ist die vulkanische Tätigkeit des Vogelsberges längst erloschen; aber die Gesteine, sowie der ganze Aufbau des Gebirges zeigen, welche Vorgänge sich zur Zeit ihrer Bildung— in der jüngeren Tertiärzeit— abgespielt haben. Im wesentlichen sind es zweierlei Arten von Gesteinen, die wir im Vogelsberge treffen: einmal harte, feste meist dunkelgefärbte Gesteine, die unter dem Sammelnamen Basalt bekannt sind; zweitens lockere, meist hellere, die als Tuffe bezeichnet werden. Die Basalte sind erstarrte Lavamassen; sie breiten sich bald in Decken oder Strömen aus, bald treten sie in einzelnen


