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Mainzer Tertiärbecken bezeichnet werden(überlagert viel- fach, wie vorhin schon gesagt, von Löss oder anderen diluvialen Bildungen). Diese Ablagerungen sind marinen oder brackischen Ursprungs, die jüngsten sind Süsswasserbildungen.(Vergl. auch S. 5/6, Tertiärzeit). Zahlreiche Versteinerungen zeichnen das Tertiär des Mainzer Beckens aus; am fossilreichsten sind die ältesten Tertiärschichten, die nach ihrem Hauptverbreitungsgebiet als„Alzeyer Meeressande“ bezeichnet werden.
Unter den Fossilien treten besonders Schnecken und Muscheln hervor, bemerkenswert sind ferner Ueberreste von Haifischen und Meeressäugetieren(Halitherium). Verbreiteter und mächtiger als der Meeressand sind die Schichten des Rupeltons und des Cyre- nenmergels; namentlich letzterer erstreckt sich durch das ganze mittlere Hügelland.
Fossilreiche Kalksteine, die mit denen von Offenbach u. s. w. identisch sind, bilden die jüngeren Ablagerungen des Tertiär- meeres. Auf diesen meist marinen Sedimenten liegen besonders im Süden und Südosten Kiese, Sande und Tone, Süsswasser- absätze der jüngsten Tertiärzeit. In ihnen fanden sich, nament- lich bei Eppelsheim, zahlreiche Reste ausgestorbener Landtiere (u. a. Mastodon, Dinotherium).
Eine Linie von Kreuznach bis Alzey schneidet im Südwesten das dritte geologische Gebiet der Provinz ab; es ist als ein Teil des Pfälzer Berglandes zu bezeichnen, in das es allmählich über- geht. Wenn in diese Landschaft auch noch Tertiärschichten hineinreichen, so bedingen sie doch nicht mehr die Oberflächen- form; es tritt vielmehr hier der Untergrund des Tertiärs zu Tage. Gesteine des Rotliegenden werden vorherrschend, meist Sand- steine und Lettenschiefer, sowie die Eruptivgesteine dieser Epoche, Melaphyre und Porphyre.
Orographisch sind hier kleine Hochflächen und Kuppen zu unter- scheiden. Während die Melaphyre mit dem Rotliegenden wesent- lich die Hochflächen bilden(Alzey bis Fürfeld), bestehen die zahl- reichen Bergkuppen zwischen Fürfeld und Wöllstein- Münster a. St. aus Porphyren. Tiefe, schluchtenartige Täler durchziehen die Porphyrlandschaft; hier liegt auch die höchste Erhebung Rhein- hessens, der Eichelberg, eine Porphyrkuppe von 327 m Höhe. Gesteine des Rotliegenden finden sich aber auch noch im ter- tiären Hügellande an einigen Stellen, so bei Biebelnheim, Dorn- Dürkheim, Schwabsburg und an der steilen Klippe bei Nacken- heim. Es sind dies an Verwerfungen erhalten gebliebene Schollen


