Aufsatz 
Übersicht der geologischen Verhältnisse des Großherzogtums Hessen
Entstehung
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kommen bei Messel und Seligenstadt durch ihre Braunkohlenlager grössere Bedeutung erlangt haben.

Aus der jüngeren Tertiärzeit stammen auch die Basalte, die sowohl im Tieflande, als auch im Gebirge auftreten. Von letzteren sei an den Kegel des Katzenbuckels erinnert; am Ge- birgsrande stehen die landschaftlich auffallenden Erhebungen des Otzberges und des Rossberges. In der Ebene breiteten sich Basaltdecken bei Klein-Steinheim aus.

Propinz Rheinhessen.

Die Provinz Rheinhessen lässt drei geologisch verschiedene Landschaften erkennen:

1. im Osten und Norden die Rheinebene,

2. in der Mitte tertiäres Hügelland,

3. im Südwesten die Ausläufer des Pfälzer Berg- landes.

Der schmale rheinhessische Anteil der Rheinebene hat natür- lich dieselbe geologische Entstehung und den gleichen Bau, wie der breite starkenburgische, und nur der gegenwärtige Rheinlauf begründet die Trennung in verschiedene Provinzen. Alluviale Ablagerungen erfüllen auch hier die Ebene; an den Abhängen und den Randhöhen liegen, den Diluvialterrassen an der Berg- strasse entsprechend, die Schichten des Diluviums(Ton, Mergel, Kies, Schotter). In der Umgebung von Mainz treten auch Flugsanddünen auf, ebenso stellen sich von hier an dilu- viale Ablagerungen des Mains ein. Rhein und Main flossen also zur älteren Diluvialzeit in einem höheren Niveau als heute; das gleiche Verhalten zeigen auch die kleinen Zuflüsse in Rheinhessen.

Noch höher und weiter landeinwärts als die Flussabsätze des Diluviums reicht der Löss, der sich durch das ganze Hügel- land bis zum Pfälzer Bergland hinzieht. Seinem Verwitterungs- lehm verdankt die Provinz zum grossen Teile die bedeutende Fruchtbarkeit.

Den grössten Teil der Provinz Rheinhessen nimmt das tertiäre Hügelland ein. Ursprünglich ein niederes Plateau von 200 240 m Höhe wird es jetzt mannigfach von Tälern durch- zogen und dadurch in einzelne Hügelzüge aufgelöst.

Das ganze Hügelland wird mit wenig Ausnahmen aufgebaut von den Schichten des Tertiärs, die in ihrer Gesamtheit als