Aufsatz 
Übersicht der geologischen Verhältnisse des Großherzogtums Hessen
Entstehung
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gebiet von einander ab; in der Nähe von Trebur mündete der Neckar in den Rhein. Infolge der Bildung des heutigen Neckar- durchbruches von Heidelberg bis Mannheim versandete das alte Flussbett an der Bergstrasse. Die heutigen Gewässer dieser Gegend werden von den Bächen und dem Grundwasser aus dem Odenwald gespeist.

Die Mainebene, im Norden und Nordosten der Provinz, bildet, die natürliche Fortsetzung der Rheinebene. Sie zeigt analoge geologische Verhältnisse; der Untergrund besteht aus den vom Main seit der Diluvialzeit abgelagerten Tonen und Sanden, Kiesen und Schottern; in der Flussniederung liegen die jüngsten Anschwemmungen meist lehmiger Art. Das Material jener Auf- schüttungsmassen, der Hauptsache nach Bundsandstein, brachte der Main wesentlich aus seinem Mittellaufe mit. Auch aus diesen Absätzen wurde während der diluvialen Steppenzeit Sand aus- geweht und zu Flugsandmassen angehäuft. Solche Flugsand- wälle durchziehen den nördlichen und nordöstlichen Teil der Mainebene; das südliche, gegen den Odenwald hin ansteigende Gebiet, ungefähr begrenzt von der Linie Dieburg, Schaafheim, Gross-Umstadt, Reinheim, wird von Löss und dessen Verwitte- rungslehm bedeckt. Diese Lösslandschaft gehört zu den frucht- barsten Gebieten des Landes; die Flugsand- und Kiesflächen tragen dagegen auch hier meist ausgedehnte Wälder.

Zwischen der Mainebene und dem Westrande des Odenwaldes, etwa von Dreieichenhain bis Darmstadt, erhebt sich eine bis zu 200 m ansteigende Bodenschwelle von kaum 10 km ost-westlicher und 20 km nord-südlicher Ausdehnung. Dieses gewissermassen den Uebergang von der Ebene zum Gebirge vermittelnde Vorland wird zum grössten Teile aufgebaut von Gesteinen des Rotliegenden, sowohl Sandsteinen und Schie- ferletten, als auch Melaphyren und Porphyren. Topographisch gehört dieses Gebiet noch zum Tiefland, geologisch ist es als eine Vorstufe des Odenwaldes anzusehen.

In der unmittelbaren Umgebung von Offenbach, Bieber und Sachsenhausen treten aus der allgemeinen Ueberdeckung mit Maingeröllen Kalksteine und Mergelschichten hervor, die reich an Versteinerungen sind. Im Wartberge bei Sachsenhausen steigen diese Schichten bis zu 150 m empor. Es sind Reste von Ablagerungen aus der Tertiärzeit. Ausserdem tritt das Tertiär in Starkenburg noch an einigen wenigen Punkten(bei Darmstadt, Heppenheim, Bauschheim etc.) zu Tage, von denen die Vor-