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über die sich z. B. oberhalb Dossenheim und Schriesheim mächtige Eruptiv-Decken von Porphyr ausbreiten(Oelberg). Isolierte Porphyrberge erheben sich in der Umgebung von Weinheim (Wachenberg). Analog treten am Nordende der Diagonale bei Gross-Umstadt Porphyre zu Tage; Sedimentgesteine des Rot- liegenden fehlen jedoch hier.— Nicht unerwähnt mag bleiben, dass sich das Rotliegende in ganz geringer Mächtigkeit stellen- weise auch sonst(z. B. Waldmichelbach) längs der Grenalinie zwischen vorderem und hinterem Odenwald findet.
Die geologische Einförmigkeit des Buntsandsteingebietes wird unterbrochen durch den Muschelkalkgraben von Erbach und Michelstadt. Er bildet einen Teil des Mümlingtales von etwa 12 km Länge und 4 km Breite, der orographisch nichts Auf- fallendes zeigt. Seine Entstehung verdankt er den bei der Ge- birgsbildung auftretenden Spalten und dem Absinken von grösse- ren Schollen in die Tiefe. Die in die Grabenversenkung einge- stürzten Schichten blieben von der allgemeinen Abtragung ver- schont. So kommt es, dass wir in jenem Einbruch die Reste von Muschelkalkschichten finden, die sich einst über den Bunt- sandstein ausgebreitet hatten und die weiter südöstlich in Baden, Württemberg und der hessischen Exklave Wimpfen auf grosse Strecken die Oberfläche bilden. Die fossilreichen, mergeligen und vielfach zerstückelten Kalkschollen bei Erbach hat das Wasser unterirdisch ausgehöhlt, so dass der Bach(Erdbach= Erbach) auf eine mehrere hundert Meter lange Strecke in der Tiefe der Muschelkalkschichten fliesst.
Rhein- und Mainebene.
Der Westrand des Odenwaldes fällt steil ab gegen die Rheinebene. Von 400— 500 m Höhe senkt sich das Land rasch zu 100 m und darunter. Diese Niederung ist das nördliche Stück der oberrheinischen Tiefebene. Der hessische Anteil an dieser Landschaft erstreckt sich von Süden nach Norden(Viern- heim bis Mainz) auf etwa 50 km, bei einer ost-westlichen Aus- dehnung von 10— 20 km.
Die ganze oberrbeinische Tiefebene verdankt ihre Entstehung dem Einsinken einer Gebirgsscholle zwischen Vogesen-Hardt und Schwarzwald-Odenwald. Schon zur mittleren Tertiärzeit begann dieser grabenartige Einbruch, und heute noch dauert dieses lang- same Einsinken an, wie gelegentliche Erderschütterungen in diesem Gebiet(Gross-Gerau 1869, 1899) andeuten. Während


