Aufsatz 
Übersicht der geologischen Verhältnisse des Großherzogtums Hessen
Entstehung
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und noch mehr beim Durchqueren des Gebirges von West nach Ost fällt die Aenderung der Oberflächenform auf; an Stelle des vielgestaltigen Berglandes tritt eine Hochebene, die durchschnitt- lich höher liegt als der vordere Odenwald; ihre mittlere Höhe beträgt etwa 500 m.

Weitaus den grössten Teil des hinteren Odenwaldes bedeckt der Buntsandstein. Er besteht der Hauptsache nach aus Quarz- sand mit tonigem oder kieseligem Bindemittel, seine rote Farbe verdankt er einem Gehalte an Eisenoxyd. Neben Quarzkörnern führen gewisse Schichten grössere Gerölle und werden dadurch zu Konglomeraten; in den ältesten und jüngsten Stufen des Bunt- sandsteins tritt der Sand so sehr zurück, dass rote Schieferletten entstehen.

Infolge seines hohen Quarzgehaltes ist der Buntsandstein im allgemeinen ungünstig für den Ackerbau; der hintere Odenwald ist daher meist mit Wald bedeckt.

Die höchste Sandsteinerhebung des Odenwaldes erreicht 590 m (Hardberg bei Siedelsbrunn). Ueber die Sandsteinhochfläche von Wald-Katzenbach in Baden(500 m) ragt noch 130 m höher der Basaltkegel des Katzenbuckels, der mit 630 m Höhe den höchsten Berggipfel des ganzen Odenwaldes bildet.

Tiefere Täler im hinteren Odenwald, wie das Ulfenbachtal, Mümlingtal bei Höchst-Neustadt, lassen erkennen, dass hier die Unterlage des Sandsteins Granit bildet. Das gleiche geologische Profil zeigt sich nicht selten an der Westgrenze des Sandstein- gebietes, so bei Ober-Abtsteinach, am Morsberg, bei Reichels- heim. Zwischen der Sandsteindecke und dem Granit liegt noch als weiteres Sedimentgestein der Zechstein, der aber nur an einigen Stellen in schmalen Streifen(meist als Dolomit oder mergeliger Kalk) zu Tage tritt. Trotz seines geringen Anteils an der Oberflächenbildung ist der Zechstein wegen seines Reich- tums an Manganerzen doch von Wichtigkeit.

Der östliche Odenwald hat also als Sockel die gleichen Ge- steine, die den krystallinen Odenwald bilden, auf denen dann ausser den Zechsteinschichten der Buntsandstein in grosser Mäch- tigkeit auflagert; letzterer bedingt daher den Charakter der Berg- formen und die grössere Höhe.

An den beiden Enden der grossen Grenzlinie zwischen vor- derem und hinterem Odenwald treten ferner Sediment- und Eruptivgesteine des Rotliegenden auf. Von Heidelberg bis Schriesheim liegen über dem Granitsockel rotliegende Sedimente,