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mit deutlicher Schieferstruktur. Es sind die ursprünglichen Gesteine des Odenwaldes, die später von den krystallinen Ge- steinen durchdrungen wurden; in den Berührungszonen beider entstanden Hornfels, Granatfels, Marmor u. a. Alle diese Gesteine werden schliesslich noch von jüngeren Granitgängen in schmalen, meist geradlinig verlaufenden Bändern durchzogen
Neben dieser Verschiedenheit der Gesteine haben alsdann noch die zahlreichen Störungslinien— Verwerfungen— dazu beigetragen, die Mannigfaltigkeit der Berg- und Talformen zu erhöhen. Nicht selten sind Verwerfungslinien auch massgebend gewesen für die Richtung der Täler, so bei der Weschnitz, der oberen Gersprenz u. a.
Der krystalline Odenwald erreicht in der Neunkircher Höhe mit 605 m seinen höchsten Punkt; nächstdem sind zu nennen die Tromm mit 577 m und die Seidenbucher Höhe mit 575 m; die meisten Erhebungen bleiben unter 500 m.
Vielfach finden sich im vorderen Odenwald Felsenmeere: Anbäufungen von Felsblöcken in Mulden an Bergabhängen. Das grösste und bekannteste Felsenmeer ist das am Südabhang des Felsberges. Es ist entstanden, indem aus dem grob zerklüfteten Gestein(Hornblende-Granit) die verwitterten Teile durch fliessen- des Wasser stets fortgespült wurden, so dass schliesslich nur die inneren festen Kernstücke, meist etwas abgerundet, in regelloser Lagerung übrig blieben.
(Ueber andere Arten der Entstehung von Felsenmeeren vergl. die Literatur.)
Eine andere bemerkenswerte geologische Erscheinung im vorderen Odenwald sind gewisse riffartige Quarzfelsen, die das Gebirge in südost-nordwestlicher Richtung geradlinig oft kilometerweit durchqueren. Die mächtigsten sind der Hohen- stein und der Borstein bei Reichenbach, die bei einer Breite von etwa 10 m sich bis 15 m über ihre Umgebung erheben.
Die Verwitterungsböden der Granite und Diorite sind im allgemeinen fruchtbar und daher möglichst als Ackerland benützt. Die Abhänge und die oberen Talflächen sind meist mit dilu- vialen Abschwemmungen von den Höhen überdeckt; von Westen und Norden her reicht auch der Löss resp. Lösslehm in das Ge- birge herein. Wie allgemein in Gebirgen, erfüllen auch im Oden- wald alluviale Ablagerungen die Täler.
Oestlich und südlich der Linie Heidelberg— Aschaffenburg liegt der hintere oder Sandstein-Odenwald. Schon von der Ferne


