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Lälius, Philus schliesst sich bald nachher eine weitere Reihe von Freunden und An- hängern der stoischen Lehre an, zu denen pamentlich Q. Aelius Tubero, Scipio's Neffe ¹), einer der berühmtesten Rechtskundigen früherer Zeiten, Q. Mucius Scävola, Schwiegersohn des Lälius und wie Tubero einer der Begründer der wissenschaftlichen Jurisprudenz ²), C. Fannius, ein zweiter Schwiegersohn des Lälius und wiederholt als Stoiker bezeichnet ³), P. Rutilius Rufus ¹), wegen seiner Liebe zur Wissenschaft und noch mehr wegen der Reinheit seines Charakters gefeiert, L. Aelius ⁵*), M. Vi- gellius ⁶), Sp. Mummins 7), Sextus Pompejus ³), L. Lucilius Balbus ⁹) gehören. Von der ersten Hälſte der genannten Männer ist es gewiss, von der zweiten wahrscheinlich, dass sie von Panätius unterrichtet wurden, der sonach eine Menge von eifrigen und den vornehmsten Häusern Roms zugehörigen Anhängern dem Stoicismus gewann. Selbst als er Rom verliess, um nach dem Tode des Antipater die Leitung seiner Schule in Athen zu übernehmen, blieb er in wissenchaftlichem Verkehr mit sei- nen Freunden ¹⁰). Zugleich mit Panätius lebte Blossius, ein Schüler des Stoikers Antipater, in der Hauptstadt. Er war der Lehrer und Freund des Tib Gracchus ¹⁴1). Ei- nige Zeit nachher treffen wir wieder den Hekaton und Posidonius, Schüler des Panätius, mit den Römern in Verbindung. Der erstere richtete eine Schrift über die Pflichten an Tubero ¹²), der zweite war mehrfach in Italien und zählte, wie man vermu- then muss, viele Römer zu seinen Schülern 4). Neben der Stoa fand auch die neuere Akademie ihre Anhänger in Rom. Die Erinnerung an Karneades blieb hier die fri-
viores aut humanitate politiores P. Africano, C. Laelio, L. Furio, qui secum eruditissimos homines ex Graecia palam semper habuerunt. ¹) Cic. de orat. III, 23, 87. S. mehr bei Orelli, Onom. Tullian. p. 12.
²) De orat. I, 17, 75.“) Brut. 26, 101; 31, 118. 4) Eb. 30, 114; de off. III, 2. Rutilius war auch mit Posidonius bekannt. ³) Orelli, Onom. Tull. p. 11 ff.) Cic. de orat III, 21, 78.
*) Brut. 25, 94.
*) Brut. 47, 174; de orat. III, 21, 78, vgl. Orelli, Onom. Tull. p. 468.
9) De orat. III, 21, 78; Brut. 42, 154.
1⁰) Von einem an O. Tubero gerichteten Briefe, in dem Panätius von der Ertragung des Schmerzes handelte, redet Cic. de fin. IV, 9, 23; Tusc. IV, 2, 4.
1¹) Plut. Tib. Gracch. 8; 17; 20; Val. Max. IV, 7, 1; Cic. Lael. 11, 37. Unter den Lehrern des
Tib. Gracchus beſanden sich auch die berübmten griechischen Rhetoren Meneldos aus Marathon (Cic. Brut. 26, 100) und Diophanes aus Mitylene(eb. 27, 104).
1²) De off. III, 15. ¹³) Zeller III, 1, 511.


