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erscheinen ¹). Er sammelte einen grossen Kreis von Schülern um sich, unter denen Antipater von Tarsos und Panätius die berühmtesten waren ²). Von dem Eindruck, den er in Rom machte, werden wir nachher hören.
Der berühmteste unter unsern drei Philosophen war Karneades. Er stammte aus Cyrene ⁰), starb 128 v. Chr., war also, wenn er 85 Jahre alt wurde ¹), im J. 213 geboren und stand, als er nach Rom ging, in seinem 68. Lebensjahre. Er sollte wie Plato an den Karneen, dem Feste Apollos, geboren sein ⁵), bei seinem Tode, erzählte man, sei eine Mondfinsterniss eingetreten ³6). Von seinen übrigen Lebensverhältnissen wissen wir wenig. Dass er in der Dialektik Schüler des Diogenes war, wurde schon oben bemerkt, dass er ausserdem die Schriften des Chrysipp eifrig studirt hatte, berich- tet Diogenes Laertius.„Wenn Chrysippus nicht gewesen, wäre ich nicht“, sagte er öfter 7) und die Stoiker beklagten es, dass Karneades, ihr heftigster Feind, gerade von Chrysipp seine schärfsten Waffen erhalten ³). Sein Lehrer und Vorgänger in der Aka- demie war Hegesinus*). Viel wird uns von seinen reichen Naturanlagen und seinem ausserordentlichen Fleisse erzählt. Sein Nachdenken war so anhaltend und angestrengt, dass er oft bei Tische sitzend zu essen vergass ¹⁰). Seinen Anlagen und seinem Fleisse verdankte er sein hohes Ansehen, seinen weitverbreiteten Ruhm. Strabo nennt ihn den grössten unter den akademischen Philosophen ¹¹). Er war der Stifter der dritten Aka- demie ¹²).
Seine Leistungen in der Philosophie sind theils negativer, theils positiver Art, die erstern jedoch grösser. Seine Angriffe auf die übrigen Philosophenschulen gehen von
¹) Cic. de off. III, 12, 51 nennt ihn einen magnus et gravis Stoicus, de div. II, 43, 91 einen vir optimus.
²) Die Abhandlung des bekannten französischen Geschichtsschreibers Thierry De Diogene Babylonio Lovan. 1830 ist mir leider nicht zu Gesicht gekommen.
*) Diog. L. IV, 62; Cic. Tusc. IV, 3, 5; Strab. p. 838.
4) Lucian. Macrob. 20; Diog. L. a. a. O. Nach Val. Max. VIII, 7, 5 ext. und Cic. Ac. II, 6, 16 wurde er sogar 90 Jahre alt.
³) Plut. qu. conv. VlIII, 1, 2, 1.
6) Diog. L. IV, 64. Suidas(Kavv.) redet gar von einer Sonnenfisterniss.
⁷) Diog. L. 62.*) Cic. Acad. II, 27, 87.
*) Diog. L. 60. 1⁰) Val. Max. VIII, 7, 5 ext.
11) p. 838: 05o; Sè ry ε Anadngdzs AO, ny 6,0oeTran.
1²) Eus. praep. ev. XIV, 7, 12..


