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kämpfte ¹), ferner dass sich der Weise um die Meinung der Menschen nur etwa um des Nutzens willen zu kümmern brauche ²); den Weisen berührt ja Beschimpfung und Verletzung nicht, seinen Werth kann Niemand schmälern.— Das Nützliche bezieht sich auf die sinnlichen, veränderlichen Dinge ³). Diogenes zählt es eben so wenig wie die übrigen Stoiker zum Guten, aber er weiss seine Bedeutung für das Leben sehr wohl zu schätzen. So verschafft uns nach ihm das Geld nicht blos die Freuden des Lebens, ist nicht blos ein Mittel, unser Wohlbefinden herbeizuführen und zu erhalten, sondern sein Einfluss reicht selbst bis zu den höhern Gütern, der Wissenschaft und Tugend ¹). Wie es scheint, versuchte Diogenes die Rangordnung des Nützlichen, d. h. dessen, was die Peripatetiker körperliche und äussere Güter nannten, sowie umgekehrt der beiden gegenüber stehenden unnützen oder schädlichen Dinge noch genauer als die frühern Stoiker zu bestimmen s5). Dass er sich das wirkliche Leben genau angesehen hatte, ersehen wir zugleich aus seiner Behandlung der Casuistik, die er gründlicher als irgend einer der früheren Philosophen scheint durchgearbeitet zu haben. Einer Reihe von hierher gehörigen Fragen thut Cicero Erwähnung. Die Beantwortung derselben von Seiten des Diogenes ist wegen ihrer Freiheit und Unbefangenheit bemerkenswerth, an einigen Stellen scheint er sogar über die Grenzen hinauszugehen, die durch Recht und Tugend gezogen werden. So entschied er die Frage, ob ein Verkäufer alles Nachthei- lige, was er von seiner Waare wisse, ob er all' die Umstände, durch welche der Preis seines Verkaufsgegenstandes herabgedrückt und sein Gewinn verringert würde, dem Käufer anzugeben habe, mit Nein. Ein Getreidehändler, der eben von Alexandrien in Rhodus eintreffe und wisse, dass noch andere Getreideschiffe unterwegs seien, habe keine Verpflichtung, diese Nachricht mitzutheilen, damit die Rhodier ihr Getreide von ihm wohlfeiler einkauften. Cicero legt dabei dem Diogenes die Unterscheidung zwi- schen Verschweigen und Verhehlen in den Mund, lässt ihn bemerken, dass der Eine
¹) Senec. de ira III, 38: Contumeliam tibi fecit aliquis: numquid majorem quam Diogeni philoso- sopho Stoico? Cui de ira maxime disserenti adolescens protervus inspuit. Tulit hoc ille leniter et sapienter: non quidem, inquit, irascor, sed dubito tamen, an irasci oporteat.
2²) Cic. de ffn. III, 17, 57. De bona autem fama— Chrysippus quidem et Diogenes, detracta uti- litate, ne digitum quidem ejus causa porrigendum esse dicebat.
³) Eb. 10, 33: Id autem sequens illud, etiam quod prodesset,(Gρς νQνναά enim id appellemus) mo- tum, aut statum esse dixit, e natura absoluto.
*²) Eb. 15, 49. ⁵) Eb. 15, 51.


