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dung eines naturgemässen Lebens findet, die ihrerseits wieder durch die Verbindung jener drei Arten von Gütern hergestellt werden muss ¹), so macht er doch zwischen der ersten und den beiden andern Arten einen grössern Unterschied als Aristoteles. Er pflegte das gegenseitige Verhältniss der verschiedenen Güter durch einen Vergleich mit der Wage zu verdeutlichen. Wenn man, sagte er, auf den einen Wagebalken die Güter der Seele, auf den andern die des Körpers und der Aussenwelt lege, so hätten die ersten ein so grosses Gewicht, dass die beiden andern tief herabgedrückt würden ²). Karneades behauptete im Streite mit den übrigen Schulen öfter, die An- sichten der Peripatetiker und Stoiker in Betreff der Schätzung der Güter und Uebel seien im Wesentlichen nicht von einander verschieden, beide stritten nicht um Sachen sondern nur um Worte. Er konnte sich bei dieser Behauptung namentlich auch auf die ethischen Lehren des Kritolaus berufen. Die Stoiker hielten zwar die Tugend allein für ein Gut, machten aber doch auch in Betreff der übrigen Dinge einen Unterschied, indem sie den einen vor den andern einen Vorzug gaben ³). Kritolaus dehnte wie der Gründer seiner Schule die Begriffe von Gut und Uebel auch auf den Körper und die Aussenwelt aus, aber er legte auf die geistigen Güter ein Gewicht, das die andern nicht entfernt besassen, er legte darauf ein noch grösseres Gewicht als Aristoteles, der die beiden andern Klassen von Gütern zu wesentlichen Bedingungen menschlichen Glücks gemacht und sie an einer Reihe von Stellen fast höher hinauf gerückt hatte als es sich mit der Hoheit der Tugend vertragen will 4). Wenn wir weiter unten sehen
¹) Clem. Alex. Strom. II,§. 129: Kprr6⁵εο I 6 201 4070 eεαακνννννιιι τε eubrra(sc. 5- o*) Nerey 2u*2 ο 85000vTO; Bio Tay ⁊ r6y Trv Tevv XovnV ovn 2NelrnrX DenvGy.
¹) Cic. Tus. V, 17, 51: Quo loco quaero, quam vim habeat libra illa Critolai? qui, quum in alteram lancem animi bona imponat, in alteram corporis et externa, tantum propendere illam lancem putat, ut terram et mare deprimat. Statt des Wortes deprimere sollte elevare oder attollere gebraucht sein, doch ist der Sinn nicht misszuverstehen. Ueber die Sache vgl. noch eb. V, 41; de off. III, 3 und 8; de fin. V, 30, 92..
³) Bekanntlich sind die a31d⁴ꝓ‿ theils Wrràd theils SAnrra theils geοα, s. Diog. Laert. VII, 100— 105; Cic. de fin. III. 3; 4; 15; 16. An der vorletzten Stelle giebt er die stoische Lehre durch die Worte wieder: Itaque quum esset satis constitutum, id solum esse bonum, quod esset honestum, et id malum solum, quod turpe: tum inter illa, quae nihil valerent ad beate misereve vivendum, aliquid tamen, quo differrent, esse voluerunt, ut essent eorum alia aestimabilia, alia contra, alia neutrum. S. mehr bei Zeller III, 1, 196 ff.
*) Eine kezeichnende Stelle findet sich Clem. Strom. II,§. 128. Mehr s. bei Zeller III, 2, S. 475 fl.


