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Am 28. April leisteten der Direktor, die Lehrer und der Schuldiener Seiner Majestät dem Kaiser und König Friedrich, am 30. Juli Seiner Majestät dem Kaiser und König Wilhelm II. den Diensteid. Beide Male fungierte dabei der Direktor als Commissar des Königlichen Pro- vinzial-Schulkollegiums.
Den hergebrachten Frühlingsausflug unternahmen alle Klassen der Schule am 29. Mai v. J.
Der Unterricht wurde ferner ausgesetzt:
1. am 16. März, als am Tage der Beisetzung Seiner Hochseligen Majestät des Kaisers
und Königs Wilhelms I.;
2. am Nachmittag des 15. Juni, dem Todestage, und am 18. Juni, dem Tage der Bei- setzung Seiner Hochseligen Majestät des Kaisers und Königs Friedrich; am Nachmittag des 4. Juni der Hitze wegen; am Nachmittag des 30. Oktobers der Landtagswahlen wegen; 5. an den Nachmittagen des 15. und 24. Januar und des 26. Februar, welche den Schülern
zum Schlittschuhlaufen freigegeben wurden.
Das Lehrerkollegium bestand im Schuljahre 1888/9 aus folgenden Mitgliedern: dem Direktor Dr. Emil Scholderer; den Oberlehrern Dr. Heinrich Reichenbach, Lic. Dr. Eugen Kretzer und Dr. Otto Rausenberger; den ordentlichen wissenschaftlichen Lehrern Dr. Heinrich Hub, Otto Morin, Dr. Wilhelm Schauf, Dr. Oskar Winneberger und Heinrich Müller; dem ordentlichen Zeichenlehrer Hermann Hein; den ordentlichen Elementarlehrern Friedrich Fertig, Wilhelm Pietzsch, Gustav Jasper und Peter Rodenbusch; den wissenschaftlichen Hilfslehrern Dr. August Euler und Edmund Sittig. Mit Genehmigung der vorgesetzten Behörden waren den Schulamtskandidaten Schmittmann während des ganzen Schuljahres und Sanders im Wintersemester je 2 Stunden wöchentlichen Unterrichts übertragen. Zur Ableistung des pädagogischen Probejahres wurden zu Ostern der Kandidat des höheren Schulamts, Theodor Morin, zu Michaelis der Kandidat Dr. Friedrich Witthöft der Schule zugewiesen. Herrn Morin ist im Herbst von dem Königlichen Provinzial- Schulkollegium gestattet worden, sein Probejahr zu unterbrechen, um seiner Militärpflicht zu ge- nügen; er wird im Herbst 1889 an die Schule zurückkehren.
Aus dem Lehrerkollegium schiéd zu Ostern 1888 der Oberlehrer Herr Professor Wilhelm Seibt, welcher unter warmer Anerkennuug der treuen und erfolgreichen Dienste, welche er in einer mehr als dreißigjährigen Schulthätigkeit seiner Vaterstadt geleistet hatte, in den Ruhe- stand versetzt wurde. Wir gönnen, so ungern wir auch seiner Mitwirkung entraten, dem pflicht- erfüllten, gelehrten und vielseitig anregenden Kollegen die wohlverdiente Muße von Herzen; möge er ihrer sich noch lange Jahre erfreuen; die Schule bewahrt ihm das beste Andenken. Seine Majestät der König geruhte Herrn Professor Seibt den Rothen Adler-Orden 4. Klasse zu verleihen.
An Stelle des Herrn Professor Seibt wurde Herr Dr. Otto Rausenberger zum etatsmäßigen Oberlehrer ernannt.
Der regelmäßige Fortgang des Unterrichts war in dem verflossenen Schuljahre mehrfach beeinträchtigt; der Gesundheitszustand der Lehrer war weniger erfreulich als sonst; wenn auch nur der Oberlehrer Herr Dr. Kretzer mehr als 14 Tage seinen Unterricht aussetzen mußte, so wurden doch eine weitere Anzahl von Lehrern mehrfach auf kürzere Zeit durch Krankheit ihrer Thätigkeit entzogen. Auch an sonstigen Verhinderungen der Lehrer, Beurlaubungen wegen Familien-
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