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Vereins für Knabenhandarbeit“, und fordert auf, die Aufmerksamkeit des Lehrer- kollegiums auf die betr. Bestrebungen zu lenken und mit demselben zu erwägen, ob und wieweit die Knabenhandarbeit bei den Schülern angeregt und gefördert werden kann.
III. Chronik der Schule.
Das Schuljahr begann am 9. April 1888 und schließt am 13. April 1889.
Der 22. März, welchen die Schule so oft als Freudentag begangen hatte, war ein Trauer- fest. Lehrer und Schüler versammelten sich in der Aula, welche die Schüler mit Zeichen der Trauer und der lorbeerbekränzten Büste Kaiser Wilhelms I. geschmückt hatten. Nachdem der Singchor der Anstalt die Feier durch Absingung eines geistlichen Liedes eröffnet hatte, ein Gebet gesprochen und ein Psalm verlesen worden war, hielt der Direktor an die Versammlung eine Ansprache, in welcher er den Gefühlen, welche alle beseelten, Worte zu verleihen suchte. Ausgehend von dem erschütternden Eindruck, welchen die Kunde von dem Hinscheiden des großen Herrschers hervorgerufen, der warmen innigen Teilnahme des ganzen Volkes, ja aller Völker der Erde, war er bestrebt, ein Bild von der Größe des allgeliebten Kaisers und Königs, von seiner Gottesfurcht und Demut, von seiner treuen Pflichterfüllung, seiner Selbstlosigkeit und Selbstverleugnung, von den Tugenden und Thaten des glorreichen Kriegs- und Friedensfürsten zu entwerfen, mit den Worten endend, daß der große Kaiser uns nicht ganz gestorben sei, daß er lebe in unserem Herzen, im Herzen seiner Völker, daß er leben werde im Andenken der Deutschen, solange ein deutsches Volk bestehe.
In ähnlicher Weise und mit nicht minderer Teilnahme und tiefstem Schmerze beging die Schule am 30. Juni die Trauerfeier für den Hochseligen Kaiser Friedrich. Der Direktor führte in der Ansprache, welche er an die Trauerversammlung richtete, aus, wie alle Herzen dem vor so wenig Jahren noch so kräftigen und lebensfrischen Fürsten entgegenschlugen, wie das tragische Geschick, das ihn betroffen, in allen das herzlichste und wärmste Mitgefühl erregt, wie die Standhaftigkeit, mit welcher der erhabene Dulder sein schweres Leiden getragen, die Bewunderung aller hervorrief, und entwarf dann ein Bild von dem Verewigten, in dem er den hohen Eigen- schaften und Tugenden des Fürsten wie des Menschen gerecht zu werden bemüht war.
Der Geburtstag Seiner Kaiserlichen und Königlichen Majestät Wilhelms II. wurde am 26. Januar d. J. feierlich durch einen Schulactus begangen, bei welchem der ordentliche Lehrer Heinrich Müller die Festrede hielt, in der er den Schülern ein Bild von der Erziehung und Jugend ihres erhabenen Monarchen vorführte.
Dem Allerhöchsten Erlasse vom 9. Juli 1888 entsprechend wurden der Geburtstag Seiner Hochseligen Majestät des Kaisers Friedrich am 18. Oktober 1888, der Todestag Seiner Hoch- seligen Majestat des Kaisers Wilhelm I. am 9. März d. J. und der Geburtstag Hochdesselben am 22. März d. J. als vaterländische Gedenk- und Erinnerungstage begangen(vgl. Min.-Verfüg. vom 23. Juli 1888, Seite 60).


