Aufsatz 
Über das Handschriften-Verhältnis des Altfranzösischen Guy de Warwick
Entstehung
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b) Gemeinsame Lesarten von GA gegenüber P.

Die Fälle, welche ich hier zu verzeichnen habe, sind so wenig zahlreich und von so geringer Bedeutung, dass sie neben den im vorigen Abschnitt aufgeführten fast gänzlich ver- schwinden. Von solchen, die zur Annahme einer gemeinsamen YVorlage von GA gegenüber P unbedingt nõtigten, wie z. B. die Reimfehler von PA gegenüber G, ist mir kein einziger bekannt geworden. Ich erinnere daher jetzt nur kurz an das, was ich oben(pP. 5 bis 7) über diejenigen Abschnitte unseres Gedichtes gesagt habe, in welchen GA der Verszahl nach übereinstimmend gegen P stehen wozu man auch p. 22 ff. vergleiche. Vielleicht ergiebt sich später, dass P an den betreffenden Stellen ausser der Vorlage, welche es mit GA gemein hat, noch eine andere, und zwar diejenige der Handschrfitengruppe CROf, mitbenutzte. Mit Sicherheit wird sich dies freilich erst nachweisen lassen, wenn man was bei mir bis jetzt leider nicht der Fall ist auch die vollständige Hs. C dieser Gruppe zur Hand hat. Ich werde darauf in dem späteren Teile dieser meiner Untersuchung zurückzukommen haben, in welchem ich das Ver- hältnis der Handschriftengruppen zu einander festzustellen suche. Auf den Gedanken wird man indessen schon durch die wenigen Beispiele gebracht, welche ich an dieser Stelle mehr der blossen Vollständigkeit halber erwähne, als um eine engere Zusammengehörigkeit der beiden Handschriften GA gegenüber P darzuthun.

74. Metrisch falsch sind die beiden Verse G78 b 13 und 14= X 109 b 1 und 2, welche in P ganz fehlen, deren Vorhandensein im Urtext aber durch die übrigen Handschriften erwiesen ist. Dass hier eine selbständige falsche Anderung von P gegenüber GA vorliegt, wurde schon oben(p. 13 Nro. 26) gesagt, und die gemeinsame metrische Unrichtigkeit von GA deutet also auf kein engeres Zusammengehen dieser beiden Hss. gegenüber P hin, sondern vielmehr nur auf einen Gegensatz zwischen der Gruppe der genannten drei Hss. und derjenigen der anderen vier Hss. CROf, welche im ersten jener zwei Verse vor den 7 Silben von GAp deuat 7 p detrez sämtlich noch das WörtchenE haben, im zweiten jener Verse aber von GA ab- weichende und auch unter sich verschiedene Lesarten bieten, von denen jedoch wenigstens zwei die richtige Silbenzahl besitzen.

75. In gleicher Weise kann nicht von einem Gegensatz zwischen GA und P, sondern nur von dem Gegenüberstehen der beiden grossen Handschriftengruppen die Rede sein in folgenden fünf, ebenfalls metrisch unrichtigen, Versen in GA, welche P wieder nicht hat, und zwar diesmal in Gemeinschaft mit CROf, ohne dass es jedoch die Verse besitzt, welche diese Hss. an zwei Stellen für diejenigen von GA einsetzen: G82a 7, 8, 11, 15 und 24 A 113 a 12, 13, 16, 20 und 29(vgl. meinen Paralleltext a. a. 0.).

76. G 10 15 A 22 a2 7 ieo meimes ſui(A: fu) nafre steht dem metrisch unrichtigen P gegenüber. Aber die Lesartmemef in P fürmeimes in GA ist durch R und H gestützt, wogegen diese letzteren Hss. hinter memes das Wörtcheni einschieben und dadurch den Vers wieder richtig machen, was P nicht thut. Da R und H, wie sich später zeigen wird, ver- schiedenen Gruppen angehòôren, so ist ihre Lesart als die richtige zu betrachten und für GA eine falsche Wortform und eine Auslassung anzunehmen. In der Wortform schliesst sich P an RH an, die Auslassung aber hat es mit GA gemein. Auch auf die Ubereinstimmung von PAH in der Verbalform fuſi] gegenüber dem besser gestützten ſui in GR sei hier aufmerksam gemacht, da durch diese Gegenkombinationen die Bedeutung jenes Zusammengehens von GA gegenüber P einigermassen herabgedrückt wird.