Aufsatz 
Über das Handschriften-Verhältnis des Altfranzösischen Guy de Warwick
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4

Ad 2. An dieser zweiten Stelle bietet CROf die bessere Lesung. Die Beschreibung der Rüstung schreitet hier in richtigen Versen ruhig fort, wohingegen sie in GPA durch teilw eise unrichtige Verse unterbrochen wird, deren Inhalt zu dem Folgenden nicht passt, da hier, obgleich der Dichter plötzlich sagt, wozu er noch eine lange Beschreibung machen solle, gleich darauf und noch weiterhin doch wieder von der Rüstung die Rede ist. Ferner ist die Bemerkung, dass der Riese Colebrand nur von einem Manne aus seinem Lande würde besiegt werden können, hier ganz überflüssig, sowie auch der Ausdruck ungeschickt ist, dass er sich für unüberwindlich halte, weil er vorn so gut bewaffnet war. Beide Verse erscheinen lediglich als Flickverse des Reimes halber. CR 23 ist schon als nicht gestützt und reimlos ausser acht zu lassen, wäre aber auch inhaltlich ganz unpassend.

Zusatz CROf 12(= C 170 a38, R 156 b 14, O 87a17, f 2,12) endlich ist deutlicher als GPA, während der es im Reim ersetzende, gleich darauf folgende Zusat⸗ GPA 20(= G78 b 12, P 50 a 27, A 109 a 50) als überflüssig in Wegfall kommen dürfte.

Als echt ergäben sich nach dem Gesagten für das zweite Oxforder Fragment im ganzen 27 Verse. Gleichviel aber, ob dieses Resultat und die ihm vorangehende Ausführung im einzelnen anzunehmen sind, jedesfalls unterliegt das Gegenüberstehen der beiden Handschriftengruppen GPA und CROf keinem Zweifel mehr. Es sei mir daher gestattet, meine weitere Darstellung so einzurichten, dass ich zunächst GPA, darauf CROf als Gruppe für sich abhandle und zuletzt erst das Verhältnis der beiden Gruppen zu einander festsetze. In einem Schlusskapitel wäre dann noch der Versuch zu machen, auch der Handschrift H ihre Stelle anzuweisen.

II. Gruppe GPA.

Zufällig trifft es sich, dass gerade die drei Handschriften GPA, welche zusammen eine Gruppe bilden sollen, mir allein vollständig vorliegen. Wir können daher bei ihnen, um zunächst einen allgemeinen UÜberblick über ihren Umfang sowie die Gleichmässigkeit oder Ungleich- mässigkeit des Fortschritts der Erzählung in denselben zu gewinnen, mit einer vergleichenden Nebeneinanderstellung der Verszahl in den einzelnen Kapiteln beginnen. Die Anfänge solcher Abschnitte der Erzählung werden aber in den Handschriften durch grössere oder kleinere Initialen angedeutet. In unseren Manuscripten giebt es deren zweierlei. Sie dehnen sich nämlich entweder über mindestens zwei Zeilen aus, oder sie sind kleiner und reichen dann nur ein wenig unter die Linie herab, auf welcher sie mit den übrigen Buchstaben stehen. Beide Arten sind blau oder rot bemalt. Im Anfang sind selbst die grösseren Initialen ziemlich zahlreich. Allein schon nach den ersten 500 Versen werden sie selten und finden sich nach V. 1000 nur noch ganz vereinzelt. Im Anschluss an sie lässt sich daher ohne viel Raumaufwand eine Übersicht uüber den Inhalt der drei Handschriften geben, welche hier um so mehr am Platz ist, als sie im voraus eine zutreffende Ansicht über die engere Zusammengehöõrigkeit der Handschriften unter einander zu erwecken vermag. Indem ich G folge, dessen Initialen schon keineswegs mit denjenigen von PA zusammengehen, und ihm die in P und A jedesmal entsprechende Verszahl an die Seite stelle, gewinne ich demgemäss folgendes Bild: