— 17—
abſolvirte und mit rühmlichem Maturitäts⸗Zeugniß verließ, um ſich der Architectur zu widmen,— übernahm am 18. März prov. den gedachten Unterricht. Kaum hatte er aber den Unterricht neu begonnen und— zu zwei zahlreichen Sectionen— geordnet, kaum war ſeine Beſtätigung durch Erlaß Gr. Oberſtudienraths d. d. 16. Mai d. J. erfolgt; ſo erhielt er eine Anſtellung an dem Hauptbüreau der Mainzer Eiſenbahn. Da der Stadt⸗ rath von der Wiederbeſetzung der Stadtbaumeiſterſtelle zu abſtrahiren für räthlich befun⸗ den, und die bis jetzt bloß auf ſtädtiſche Aerare beſchränkten Gymnaſialfonds kein Aequi⸗ valent offeriren konnten; ſo mußte Hr. Waibler die mit eben ſo viel Liebe wie mit Geſchick begonnene Function zu ſeinem eigenen Bedauern und zum Bedauern der Anſtalt am 11. Juni wieder einſtellen. Da zu dieſem Unterricht durchaus ein Techniker ver⸗ langt wird, ſo muß er bei der Ermangelung eines Remplacçanten in loco ausgeſetzt bleiben, bis zur Wiederanſtellung eines Stadtbaumeiſters, zu welcher die Stadtbehörde unter den nunmehrigen Umſtänden, da auch die Zeichenlehrerſtelle an der Sonntagsſchule zugleich wieder zu beſetzen iſt, dem Vernehmen nach geneigt iſt.
c. Die durch den am 17. Febr. 1845 erfolgten Tod des Dr. Fuhr erledigte ordentl. Lehrſtelle wurde nach mehrfachen Verhandlungen, in Gemäßheit der protokollariſchen Grundlage der Anſtalt vom 6. Jan. 1841, durch Allerh. Decret d. d. 13. Febr. d. J. wieder beſetzt in der Perſon des Hrn. Dr. Ferdinand Höbel, welcher am 1. März ſich dahier präſentirte, bis zum Ende des Winter⸗Semeſters ſeinen Dienſt hospitando, mit dem Anfange des Sommerhalbjahres aber mit 19 regelm. wöchentl. Lehrſtunden antrat.
Hr. H. iſt geb. zu Oberingelheim in Rheinheſſen, beſuchte die Gymnaſien zu Creuz⸗ nach und Frankfurt a. M., ſtudirte zu Utrecht und Gießen Theologie und Philologie, beſtand in beiden Fächern das geſetzl. Examen, bereiſ'te Deutſchland und Frankreich, privatiſirte, nach erlangter Promotiou(durch eine Diſſertation: De ratione qua Cicero philosophiam in primis moralem tractaverit disputatur) zu Frankfurt a. M., wo er auch mitunter am dortigen Gymnaſium vicarirte.
d. Der Schulamtscandidat Hr. Fritzmann beendete mit dem 8. April, dem Schluſſe des Winterſemeſters, ſeinen Acceß und begab ſich nach Frankfurt.
e. In Abſicht auf die Abhaltungen der Lehrer vom Unterrichte muß dieſes Schuljahr im Allgemeinen ein recht glückliches genannt werden. Wenn die Zahl der deßfallſigen Stunden im vorvoͤrigen 334, im vorigen 294 betrug, ſo war die Summe derſelben in dieſem Schuljahr gegen Ende desſelben nur 140, welche bei einem ſo zahlreichen Lehrer⸗ perſonal gewiß ſehr gering iſt*).
*) Beſonders ſtörend war die übergroße Sommerhitze; daher wurden die Nachmittagsſtunden meiſt um %¼ verkürzt, wenn ſie über 22° R. ging.


