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gewaltigen Grafen von Leiningen, zerſtört im Orleans'ſchen Kriege 1689 und nach abermaliger Aufbauung wiederholt im Revolutionskriege von den Franzoſen 1794 ver⸗ brannt;— ſodann die aus grauer Vorzeit ſtammende Lim⸗ oder Lintburg, die Woh⸗ nung oder Pfalz der rheinfränkiſchen Herzoge, welche Herzog Konrad, 1024 zum deutſchen Kaiſer erhoben, aus frommem Gemüthe und in dem Geiſte ſeiner Zeit in ein Gotteshaus verwandelte, welches ſein Sohn und Nachfolger, der thatkräftige Hein⸗ rich III. vollendete und die Abtei dem Benedictiner⸗Orden übergab(1042),— nach mehrfachen Schickſalen in 12tägigem Brande 1504 zerſtört von Emich VIII., Grafen von Leiningen, ihrem eigenen vom Kaiſer beſtellten Schirmvogt, wieder aufgebaut 1515—54, wieder aufgehoben vom Churf. Friedrich III. von der Pfalz, ſpäter nach kurzer aber⸗ maliger Beſitznahme ſeit dem weſtphäl. Frieden verödet und zerfallen.
Bei dem Zuge bildete die Tertia unter Begleitung des Hrn. Dr. Schödler, Dr. Höbel und des Directors die Avant-garde, übernachtete im Haardtgebirge (zu Dürkheim), beauftragte Hrn. Dr. Höbel mit dem Quartiermacher⸗Amte für das (Morgens 4 Uhr von Worms, unter Führung des Hrn. Pfaff, abmarſchirenden) Gros der Armee und brach nach Beſichtigung der Dürkheimer Merkwürdigkeiten wie ein Hanni⸗ bals⸗Heer quer über 3— 4A dachſteile Bergrücken und gelangte über die Ruinen des alten Kloſters Höningen, Altleiningen, Wattenbeim, Ramſen, Forſthaus ꝛc. zu Steinbach am Fuße des Donnersbergs an; die Höhen desſelben wurden, nach kurzem Nachtlager beim gaſtwirthlichen Hrn. Bürgermeiſter, Morgens 2 Uhr beſtiegen, die Augen an dem An⸗ blicke des prachtvollen Sonnen⸗Aufgangs und mit den herrlichen Ausſichten vom Hirten⸗ felſen ꝛc., geweidet, die nüchternen Mägen aber an einem labenden Frühſtücke in dem auf dem Berge befindlichen hospitalen Meierhofe. Hierauf ging es luſtig der Heimath zu durch das ſchöne Zeller Thal, an deſſen Ende die Villa eines gaſtfreundlich einladen⸗ den Gutsbeſitzers den Alpenſtürmern als entſchädigendes Capua zuwinkte, und honi vultus nec iners voluntas ſie erquickten.
Das Gros der Armee kehrte vorausbeſtimmter Maßen nach Recognoscirung der oben genannten Burgen und Sehenswürdigkeiten bei Dürkheim in wohlgeordnetem Rückzuge dem alten vangioniſchen Standquartier wieder zu; nur hatte ein(kleiner) Tbheil ſich da⸗ von abgeſondert, unter Führung des Hrn. Dr. Höbel noch eine weitere Partie nach Neuſtadt und der Marburg improviſirt. Alle drei Colonnen rückten Sonntag, den 5. Juli, Abends 9 Uhr, glücklich wieder ein.
Auch für anderweitige körperl. Uebungen fehlte es nicht an Gelegenheit. Die hier beſtehenden Bade⸗ und Schwimm⸗Anſtalten wurden wiederum von vielen Schülern


