138
Gnade und das Erbarmen unseres Herrn Jesu Christi.” Cfr. auch Thietm. IV 27 und Dümml. 521.
Bekanntlich geniesst die edle Kaiserin Adelheid, die Odilo') eine verehrungswürdige Zierde des Frauengeschlechtes nennt, in der katholischen Kirche das Ansehen und die Ver- ehrung einer Heiligen.
Gleich nach ihrem Tode fing das gläubige Volk an, sie als eine Heilige?) zu verehren und sie um ihre Fürbitte bei Gott anzurufen,°).eine T'hatsache, die um so weniger Wunder nehmen kann, als der Himmel selber die Heiligkeit ihres Lebens durch zahlreiche Wunder bezeugt und verherrlicht wissen wollte.*)
Ob indes eine förmliche Heiligsprechung Adelheids seitens des Apostolischen Stuhles erfolgt ist, kann allerdings nicht zwingend erwiesen werden, da die diesbezüglichen Gründe und Gegengründe sich so ziemlich die Wage halten, ein be- stimmtes historisches Zeugnis für eine wirklich stattgefundene Kanonisierung aber nicht vorliegt,°) sicher ist übrigens soviel, dass die öffentliche, kirchliche Verehrung Adelheids als einer Heiligen in Rom gebilligt und gut geheissen worden ist, wie denn daher auch in nicht wenigen Diöcesen ihr Gedächtnis als das einer Heiligen im hl. Offizium der Messe und des Bre- viers festlich gefeiert wird.
Die ursprüngliche Begräbnisstätte Adelheids erhielt sich nur bis 1307, indem nämlich in diesem Jahre ein gewaltiges Hochwasser das am linken Rheinufer liegende Kloster Selz überflutete und mit ihm zugleich das bisher von Pilgern vielbesuchte Grab der hl. Kaiserin zerstörte.
Ein nicht viel besseres Schicksal erfuhren die Reliquien St. Adelheids, die im Laufe der Jahrhunderte fast gänzlich verloren gegangen sind.
)0de Al.
?) Od. e. A. 5. efr, Lib. Miracul. Adalh. M. G. IV 645 ff.
®) Lib. Mirac. Adalh.:
*) Od. e, A. 22 a. E,, 23, Thietm. IV 27, Lib. Mir. Ad.
°) Ringholz P. O., die ehemal. Begräbnisstätte der hl. Kaiserin Adelheid in Studien u. Mitteilungen aus dem Benediktiner- und Cisterzienserorden, VII. Jahrgang 2. und 3 Heft.


