Aufsatz 
Kaiserin Adelheid, Gemahlin Ottos I. des Großen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

137

teristik einzuschalten, die Odilo e. A. 22 von Adelheid ent- wirft.')

Sie zeigte sagt ergegen ihre Hausgenossen ernste Freundlichkeit, gegen Fremde würdevollen Ernst, gegen Arme unermüdliche Barmherzigkeit, zur Verherrlichung der Gottes- häuser überströmende Freigebigkeit, gegen Gute ausdauern- des Wohlwollen, gegen Böse freimütige Strenge, in ihren Begierden Vorsicht, in ihren Leidenschaften Stärke, im Glücke wahre Demut, im Unglück geduldige Langmut, bei der täg- lichen Mahlzeit Nüchternheit, in ihrer Kleidung fast ärmliche Einfachheit, in Lesungen und Gebeten, in Nachtwachen und Fasten Unermüdlichkeit, im Almosengeben eine unwandel- bare Geneigtheit.

Nie überhob sie sich wegen des Adels ihres Blutes, nie verlangte sie, von den Menschen gelobt zu werden, wegen der Herzensgüte, womit sie Gott ausgestattet. Nie liess sie wegen der von Gott ihr verliehenen Tugenden zum Übermut, nie wegen ihrer Fehltritte zur Verzweiflung sich hinreissen, nie von der Sucht nach den Ehren, Reichtümern und Ergötz- lichkeiten der Welt sich beherrschen, sondern in allen Stücken begleitete sie die Mutter aller Tugenden, die Mässigung.

Sie besass im Glauben eine zuversichtliche Festigkeit, in der Hoffnung eine feste Zuversicht, undin der Hinneigung zu Gott und dem Nächsten die Wurzel alles Guten und die Urquelle aller Tugenden, die Liebe.*

Wie Adelheid gross war im Leben, also sollte sie es auch bleiben nach ihrem Tode.

Zahlreiche Wunder geschahen an ihrem Grabe.

Wie gross und schön ihr Leben gewesen, schliesst Odilo sein epitaphium Adalheidae 22, 23,das machte die Kraft Gottes kund durch Wunderzeichen, die an ihrem Grabe erglänzten....

An ihrem Grabe erhalten Blinde das verlorne Licht der Augen, durch den Schlag Gelähmte den Gebrauch ihrer Glieder zurück, Fieberkranke werden dort geheilt. Viele an mannigfachen Gebrechen Siechende gesunden durch die

ı) Nach Dr. Hüffers Übersetzung in Geschichtsschreiber der deutschen Vorzeit X 8.