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Der grössere Teil derselben befand sich zwar um 1474 noch im Selzer Kloster, das nach der eben erwähnten Kata- strophe an einem mehr gegen Westen liegenden, vor Wassernot geschützten Platze wieder aufgebaut worden war: wohin sie jedoch nach dieser Zeit kamen, oder wann sie aus der Kloster- kirche entfernt wurden, darüber fehlt jede Nachricht.
Erst das zweite und dritte Decennium des 18. Jahrhun- derts gibt uns wieder eine verlässige Kunde von Reliquien der hl. Adelheid, die damals teils im Besitz des Welfenschatzes zu Hannover, teils im Kloster zu Einsiedeln sich befanden.
Noch jetzt werden im kgl. hannoveranisch. Reliquarien- schatz(jetzt wohl in Gmunden am Traunsee in Oberösterreich) einige Partikeln von Reliquien der hl. Adelheid aufbewahrt, während die St. Adelheidsreliquien zu Einsiedeln, wohl in- folge der französischen Invasion von 1798, zu Verluste ge- gangen, beziehungsweise nicht mehr als solche mit Gewiss- heit zu bestimmen sind.
In dem Städtchen Selz selber— die letzten Überreste der dortigen Stiftung der heiligen Adelheid verschlang die grosse französische Revolution— erinnert derzeit nur mehr die in der Pfarrkirche befindliche St. Adelheids-Kapelle an die berühmte Kaiserin und die Wohlthaten, die durch sie dem Orte, der ihr die Stadtrechte verdankt, und der ganzen Gegend zugeflossen sind.
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