Aufsatz 
Kaiserin Adelheid, Gemahlin Ottos I. des Großen
Entstehung
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Nach dem Berichte Odilos') gefiel es Gott, die fast bei- spiellose Wohlthätigkeitsliebe seiner getreuen Dienerin kurz vor ihrem Tode durch ein Wunder zu verherrlichen.

Auf ihrer letzten Reise kam nämlich die hochbetagte Kaiserin, von den Anstrengungen, die der rauhe Gebirgsweg gefordert, eines Tages so ermattet in Peterlingen an, dass sie nicht mehr im stande war, den an der Klosterpforte'harren- den Armen mit eigener Hand das gewohnte Almosen zu ver- abreichen,

Sie rief daher einen ÖOrdensbruder zu sich und beauf- tragte ihn, anstatt ihrer unter die notleidende Schar Geld zu verteilen.

Nun waren aber viel mehr Arme zusammengeströmt, als dem Mönche Geldstücke seitens der Kaiserin gegeben worden waren, und so fürchtete derselbe schon, einen Teil der Bedürftigen ohne die erwartete Spende entlassen zu müssen.

Doch siehe, das Geld vermehrte sich unter seinen Händen, so dass keiner der Armen verkürzt zu werden brauchte.

Freudig zogen die reich Beschenkten mit der erhaltenen Gabe von dannen.

Odilo setzt hinzu:?)

Affuit augustae meritis virtus illius qui Quinque ex panibus saciavit milia plebis.

Nach Dr. Hüffers Übersetzung?) lauten diese Verse:

[n der Erhabnen Verdienst erwies sich die Wunderkraft dessen Dem fünf Brode genug,*) um Tausende Volkes zu speisen,

Nicht minder jedoch wie die Armen und Notleidenden beglückte sie auch die Klöster und geistlichen Stifte mit ihrer besondern Gunst und Gewogenheit.

Einige von diesen wurden teils neu gegründet und mit fürstlicher Freigebigkeit ausgestattet, teils in ihrem ferneren Bestande durch reichlichere Dotierung gesichert; unzählige erhielten gelegentlich schätzbare Beweise ihrer Gnade und

1) Od. e. A, 14.

2,0d..e. A 14a E

3) Geschichtsschreiber der deutschen Vorzeit X. 8. *) Matth. 14, 13 ff u. 15, 30 ff.