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Als Otto II. früh ins Grab sank und Theophano, voll banger Sorge um ihre und ihres Söhnchens Zukunft von Rom aus nach Pavia zur Schwiegermutter eilt, da ist es bekannt- lich Adelheid, die, frühere Kränkungen mit Liebe und Ver- zeihung vergeltend, die junge, tiefgebeugte Witwe liebreich aufnimmt und tröstet.
Als ferner von Deutschland ernstere Kunde kam und durch Heinrich II. Umtriebe die Stellung ihrer Schwiegertochter und die Herrschaft ihres Enkels gefährdet schien, da ging sie sofort, ohne sich lange zu besinnen, mit Theophano über die Alpen und legte all ihren Einfluss, all ihr Ansehen zu Gunsten Theophanos und ihres unmündigen Enkels in die Wagschale, um die Rechte Ottos III. zu wahren und denselben von den Deutschen als König anerkannt zu sehen.
Über ihre ebenso lebendige als thatkräftige Anhänglich- keit an die Lehren und Vorschriften ihres heiligen Glaubens sich des weitern zu verbreiten, dürfte kaum nötig erscheinen, ist ja doch ihr ganzes Leben nur ein einziger Beweis, ihr ganzes Thun und Lassen nur ein einziges beredtes Zeug- nis für ihre wahrhaft gediegene Gottesfurcht, wie für ihren unwandelbaren Gehorsam gegen die Satzungen der Kirche gewesen.
Dem Klerus erwies sie die gebührende Achtung, eine besondere Verehrung zeigte sie für Männer, wie die hl. Äbte Majolus!) und Odilo?) von Clugny, Erzbischof Adalbert von Magdeburg,°) den hl. Bischof Ulrich von Augsburg, t) freilich waren diese aber auch Säulen der Kirche, Männer voll festen Glaubens, voll unerschütterlicher Treue gegen ihre heilige Religion.
Auch der hl. Kaddroe, Abt von S. Felix in Metz(früher Abt von Waussor, südl. von Namur, bei Dinant), stand bei ihr in hohem Ansehen, wie sie denn allen, deren Religiösität
!) Syri Vita$. Maioli II 22, Pertz M. G. IV 651, O. e. A. 7, 9 cfr. Düm. 527 u. A. 4.
3) Od.B. A, 19,
®) Cfr. Leb. d. H. von Räss und Weiss XVII. 364, 16 ff.
*) Cfr. üb. d. h. Ulrich Dümnmil. 548, vita S. Oudalrici von Gerhard 21, Pertz 1V 407.


