Aufsatz 
Kaiserin Adelheid, Gemahlin Ottos I. des Großen
Entstehung
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Hieher war die Tagsfahrt anberaumt worden; hieher kamen die Fürsten und Vasallen des Reiches, um über die streitigen Punkte zu verhandeln.!)

Adelheid that ihr Möglichstes, um den Frieden herzu- stellen, und kehrte dann auf. dem nämlichen Weg, den sie gekommen, wieder nach Selz zurück, von wo aus sie die Reise unternommen hatte.

In Orbe hatte sie noch von ihrem Gewissensrat und Vertrauten, Abt Odilo von Cluny, dem heiligen Nachfolger des heiligen Majolus, rührenden Abschied genommen; sie empfahl sich mit grösster Demut in sein und: seiner Ordens brüder Gebet und teilte ihm mit, dass sie ihn hinfort mit leiblichen Augen nicht mehr sehen werde.?)

Angekommen aber in Selz, dem Orte, wo sie, wie ihr geoffenbart worden war,°) den Geist aufgeben sollte, bereitete sie sich mit grösstem Eifer auf ihren bevorstehenden Hin- tritt vor.

Hatte sie früher in ihrer rastlosen Thätigkeit, in ihrer unermüdlichen Sorgfalt für das Wohl des Reiches wie ihrer Familie oft einer Lea und Martha geglichen, so verlangte sie jetzt nach Rachels und Marias Musse, um dem Geschäfte ihres Seelenheils desto ungestörter obliegen zu können.

Der häuslichen Angelegenheiten entschlug sie sich mehr und mehr, um Zeit für Gebet und Betrachtung zu gewinnen, das Irdische ekelte sie an, mit ganzer Seele schmachtete sie nach dem Himmlischen.

!) Johannes von Müller sagt pag. 257:Es wurde zu Orbe eine Zusam- menkunft des Königs Rudolf, des Erzbischofs Burchard von Lyon und einiger wohldenkender Herrn veranstaltet. Was Adelheid konnte, verglich sie(so auch den Bisch. Hugo von Genf mit dem Abte von Cluny, dass jener diesem St. Viktor übergab), vieles konnte sie nicht ausmachen und stellte es Gottes Leitung anheim. Damb. V, Kritikh. 186,

Odilo berichtet c. 17: Adelheid sei in Genf und Lausannevon dem König und den Bischöfen, ihren Enkeln nämlich, empfangen worden, und scheint dadurch zu insinuieren, dass Adelheid zwei oder mehrere Enkel gehabt habe, die Bischöfe gewesen seien. Nach der Stammtafel des. burgundischen Hauses(Damb. V a. E,) waren aber nur Rudolf selbst und Burchard, der eine König, der andere Erzbischof, die Enkel Adelheids, welche nach Müllers Zeug- nis hier erschienen waren.

2) 0,& A. 19,

») Od. e. A. 20.