Aufsatz 
Kaiserin Adelheid, Gemahlin Ottos I. des Großen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

123

Schankungen hervorragende Verdienste erworben hatte.!) Auch diesmal bewies sie sich demselben gegenüber wieder als edel- mütige Gönnerin,

Manches sah sie nämlich dort noch fehlen, manches noch abgehen; sie schaffte alles mit gewohnter Freigebigkeit herbei, auf dass es den dort Gott dienenden Brüdern(Bene- diktiner von Oluny, Berthas Stiftungsurkunde, Od. e. A. 9) an nichts gebrechen sollte.?)

Von Peterlingen aus ging sie nach St. Maurice, dem berühmten Begräbnisplatz des hl. Mauritius und seiner helden- mütigen Kriegerschar.®)

Auch an diesem Orte oblag sie dem inbrünstigsten Gebete.

Heisse Seufzer schickte sie empor zum Himmel, andächtig und ehrfurchtsvoll flehte sie um die Fürbitte des grossen Martyrers und seiner preiswürdigen Genossen.

Als sie eben im Begriffe war, St. Maurice zu verlassen und nur noch in der Klosterkirche daselbst ein kurzes Ab- schiedsgebet sprach, da trat zu ihr ein Bote aus Italien heran und brachte ihr die Trauerkunde, dass Bischof Franko von Worms mit Tod abgegangen sei.)

Bischof Franko war ein Mann von ebenso tadellosem Wandel als grossem Eifer für seinen heiligen Beruf gewesen; er hatte daher nicht bloss das vollste Vertrauen Ottos III, dessen steter Begleiter er war, sondern auch die Zuneigung und Achtung Adelheids genossen.°)

Sobald sie nun dessen Tod erfahren hatte, rief sie einen ihrer Hausgenossen, die gerade zugegen waren, bat ihn de- mütig für des Verblichenen Seelenruhe zu beten und brach

Damberg. V 12, Kritikh. 5, 6 datiert die erwähnten Urkunden aus Bouquet u. Grandidier, damit also auch die Stiftung Peterlingens, ins Jahr 962. Eben derselbe setzt sich mit seinen eigenen Quellenangaben(V, Krit. 5, 6) in Widerspruch, indem er V, Krit. 186 Adelheid als die Stiflerin Peterlingens hinstellt.

1) Cfr. Odilo e. A. 9, 13.

2,0. e A. 13,

s) 0. 15.

4,0..16,

5) Od. e, A. 16, Thietm, IV 39,