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Die greise Fürstin kam gegen Herbst 999 in Burgund an und schlichtete die obwaltenden Streitigkeiten, so gut sie es nur immer konnte; soweit sie es nicht vermochte, stellte sie alles, wie sie gewohnt war, Gott anheim.
Da sie sich nicht verhehlte, dass ihre Kräfte nunmehr erschöpft seien und sie mit schnellen Schritten dem Grabe zueile, so benützte sie diese Reise— gleichsam zum Abschied für dieses Leben— auch noch zu einem Besuche jener hei- ligen Stätten ihrer Heimat, die ihr von jeher lieb und wert gewesen waren.
So ging sie zuerst nach Peterlingen(jetzt Payerne), dem von ihrer Mutter zu Ehren der Gottesmutter 961 gestifteten Kloster,) um dessen Bestand sie sich durch freigebige
') Odilos Nachricht, dass Adelheid die Gründerin des Klosters Peter- lingen gewesen sei(ep. Ad. 9, 13), ist unrichtig.
Giesebr. I 671 scheint der Ansicht Odilos beizupflichten, während Dümmler O. d. G. 111 A. 1 und 521 Peterlingen eine Stiftung Berthas nennt.
Bertha ist als Stifterin des Klosters Peterlingen urkundenmässig be- glaubigt.
So gibt eine Urkunde bei Bouquet IX 668 und Grandidier, histoire de l’öglise de Strassborg 1776(im Auszuge bei Damp. V, Kritikh. 5, 6) an, dass Bertha unterm 1. April 961 mit Zustimmung ihrer Söhne, des Königs Konrad von Burgund und des Herzogs Rudolf, für das Seelenheil ihres Gemahls, Königs Rudolf, und ihres Sohnes des Bischofs Burchard von Lausanne, ihrer Tochter Adelheid, ihres Eidams, des Königs Otto, sowie der Kinder der beiden Letzteren das Kloster Peterlingen gründet, dotiert und der Leitung des Abtes Majolus von Cluny anvertraut
Böhm. reg. Carol. 1504 pag. 142 bemerkt in diesem Betreff:„Konrad (König von Burgund) unterschreibt zu Lausanne am 1. April 961 die Urkunde wodurch seine Mutter Bertha das Kloster Peterlingen stiftet. Or. Guelf. II 124.“
Über die Stiftung Peterlingens und das Datum derselben cefr. auch Dr. Hüffer Anm. 7 zu Kap. 9 Uebers. des ep. Ad. v. Od.
Damberger V Kritikh. 5, 6 erwähnt nach 2 Urkunden aus Bond IX 699 und Grandidier, histoire de l’öglise de Strassborg(beide ausgestellt zu Lausanne am 8. April 961, also wie die eben erwähnte im 24. Regierungjahre König Konrads, wenn man mit Böhm. reg. Carol. p. 142 den Regierungsantritt Konrads auf den 1. August 937 anselzt), nach welchen König Konrad auf die Bitte seiner Mutter Bertha, seiner Schwester Adelheid und seines Bruders Rudolf dem Kloster Peterlingen verschiedene Güter, selbst Münze und Markt- ‘echt in loco, verleiht. Cfr. auch Böhm. reg. Carol. 1505 p. 142.
Dass Königin Bertha in Peterlingen, ihrer Stiftung, bestattet wurde, ist schon beim Jahre 966 erwähnt worden.


