Aufsatz 
Kaiserin Adelheid, Gemahlin Ottos I. des Großen
Entstehung
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bevorstehe, so wurde sie dennoch durch die unglückliche Nachricht in ihrem Innern aufs tiefste verwundet.

Sie trug sofort Sorge, dass dem Kaiser die Trauerbot- schaft gemeldet würde, und liess ihn zugleich bitten, anstatt ihrer Tochter seine Schwester Adelheid zur Äbtissin in Qued- linburg zu ernennen.

Der Kaiser, den das unvermutete Hinscheiden Mathildens ebenfalls aufs schmerzlichste berührte, bestätigte, dem Wunsche seiner Grossmutter willfahrend, die Wahldes Konventes in Qued- linburg und beauftragte den Bischof Arnulf von Halberstadt, der neugewählten Äbtissin die kirchliche Benediktion zu erteilen.!)

Nun sollte Adelheid nur noch eine Reise mehr in Be- sorgung von Staatsangelegenheiten machen, um dann ihr gesegnetes Tagewerk hienieden für immer zu beschliessen.

Diesmal galt es, ruhige und friedliche, kurz normale Ver- hältnisse im Reiche ihres Brudersohnes, König Rudolfs III. von Burgund, wieder anzubahnen und womöglich herbei zu führen.

Dem König Rudolf III., mit dem Beinamen ignavus, der Unthätige, der seinem Vater Konrad dem Friedfertigen um 994 in der Regierung über Burgund gefolgt war,?) machten nämlich seine stolzen und unruhigen, fehdelustigen Vasallen viel zu schaffen.°)

Die schlimmen Folgen hievon blieben nicht lange aus.*)

Es riss eine bedenkliche Anarchie im Lande ein, und an die Stelle eines geordneten Rechtszustandes traten Räuber- eien und Gewaltthätigkeiten, Misstände, worunter zumal die ruhigen Unterthanen viel zu leiden hatten.

Um nun den König und seine Lehensleute wieder mit einander zu vergleichen und so dem Lande wieder die Seg- nungen des Friedens zu verschaffen, liess sich Adelheid, trotz- dem sie sich schon ganz von derlei weltlichen Angelegen- heiten losgesagt hatte, in ihren alten Tagen noch einmal bewegen, die weite und gefahrvolle Reise in ihr Heimatsland zu unternehmen.°)

') Annal. Quedl. 999, Thietm. IV 27,

?) Herim. von Reichenau 94 u. 1032, cfr. Damberg. V 432. °) Damb. V 526, 527, Giesebr. I 730.}

*) Herimann von Reichenau 994.

5) Od. ep. Ad. 13, cfr. Damb. u.'Gies. a. a. O.