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unberührt blieben, begreift man von ſelbſt, zumal da der Reiſeverkehr für die zahlreichen auswärtigen Schüler augenblicklich theils erſchwert theils unmöglich geworden war, zudem auch die höheren Schulen in der Nachbarſchaft geſchloſſen wurden. Dennoch glaubten wir dies von manchen Seiten vorgehaltene Beiſpiel nicht nachahmen zu ſollen; denn erſtlich ſtanden jene Schulen am Ende ihres Schuljahres, wir am Anfange des zweiten Vierteljahres desſelben ſowie in der keine lange Unterbrechung leidenden Verwirklichung einer neuen Organiſation; zweitens glaubte die Schule nicht bloß durch das Wort ſondern auch durch das Beiſpiel lehren zu ſollen, in Zeiten der Gefahr möglichſt die auch im Leben ſo nothwendige Ordnung und Disciplin“*) wahren zu müſſen, zumal da dieſe anſcheinend ſehr nahe Gefahr, Dank der eben ſo großen Geſchwindigkeit als Tapfer⸗ keit des deutſchen Kriegsheeres, ſich bald in die Ferne zog.— Und ſo gelangten wir durch das Zuſammenwirken von Lehrern und Schülern am 17. Sept. ohne gänzliche Unterbrechung zu dem gewöhnlichen Schluſſe des Semeſters. Viele Eltern, welche Anfangs den Schluß der Schule ver⸗ langten, erkannten nachher, daß ſie durch ihre Beharrlichkeit die Jugend von den durch die Kriegs⸗ züge veranlaßten Zerſtreuungen und Gefahren möglichſt abgehalten habe.— Uebrigens war der Director auf desfallſige Anfrage vom 26. Juli durch Reſcript Gr. Oberſtudien⸗Direction vom 28. ejusd, ermächtigt worden, im Falle der näher rückenden Gefahr die vierwöchigen Herbſt⸗ ferien anticipando eintreten zu laſſen.
Am Tage des in der Stadt Worms allgemein gefeierten Friedensfeſtes, am 4. März, verſammelten ſich Lehrer und Schüler im Schulſaale, die Feier wurde mit einem von Herrn Gym⸗ naſial⸗Geſanglehrer Steinwarz componierten Chorale:„Ehre ſei Gott in der Höhe“ ꝛc., eröffnet, hierauf entſprechende Anſprache des Directors, Vortrag eines Gedichtes über den Frieden vom Primaner Netz, Beſchluß der Feier durch den Geſang des Liedes:„Nun danket alle Gott“ ꝛc.— Bei der allgemeinen Illumination der Stadt an demſelben Abend ward auch das Schulgebäude illuminiert, die beiden Portale mit Transparenten. Bei dem großen Fackelzuge der verſchiedenen Vereine am Abend vorher betheiligten ſich die Schüler verſchiedener Klaſſen.
5) Abiturienten.
Vorige Oſtern 6, im zweiten Semeſter hier 5, alſo im Ganzen 11, ohne die zwei, welche auswärts nach kurzem Austritte die Prüfung beſtanden. S. oben III, 2 a u. II c.
Ueber die übrigen Abiturienten, welche ordnungsmäßig zu Oſtern ſich der betr. Prüfung zu unterziehen haben, wird im Programme des folgenden Jahres berichtet.
6) Das Fchulgebände
erhielt vorigen Sommer, nachdem es wegen der vermehrten Schülerzahl einen zweiten neuen Anbau erhalten hatte, nunmehr auch auf wiederholtes Anſuchen der Direction einen entſprechenden äußeren Anſtrich nebſt der erforderlichen Renovatur an Läden und Fenſtern.
*) Nach den in den Tuilerien aufgefundenen Berichten von Seiten eines franzöſiſchen Militär⸗Attaché in Berlin (Stoffel) ſchrieb dieſer nach der Allg. Augsb. Ztg. am Anfange des Krieges an Napoleon: die Größe des deutſchen Volkes baſiere auf zwei Dingen: der allgemeinen Schulpflicht und der allgemeinen Wehrpflicht, während in Frankreich die Disciplin und der militäriſche Geiſt immer mehr abnehmen.—


