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34.
Sie werden ſolches Volk verfluchen und rufen:„Rach, o Himmel, Rach!
„Gott wolle ſie im Zorn heimſuchen und ſtrafen ihre böſe Sach;
„Sie waren eine Peitſch der Teutſchen, durch Teutſche wolle
Gott ſie peitſchen!“
35.
Euch Mörder will es nicht gefallen, daß in des Chriſten⸗Kayſers Heer
Kartaunen tapfer Donner knallen, und ihr ſteht aller Hilfe leer,
Die ihr die ganze Welt betrogen, auch ſelbſt dem wahren Gott gelogen.
36. So gebt nun her den Raub der Beute, den ihr aus Teutſchland weggeführt, Seht hier ſind noch wohl andre Leute, denſelben ſolche Beut gehört. Der Kaiſer führt des Herren Kriege, der Himmel ſelbſt wünſcht Glück zum Siege. 37. Es iſt dir ja durch Gott gelungen, hochtheurer Kayſer Leopold, Den Türken⸗-Hund haſt du bezwungen, der Himmel ſei dir ferner hold, Und ſegne deine rechte Sache, all deine Feind zu Schanden mache. 38. Die Fama wird es nicht verſchweigen, ſie wird der grauen Ewigkeit Erzählen, daß mit Lorbeerzweigen du ſeyſt begabet jeder Zeit, Ja, daß du vor den Kayſern allen mit Siegeskränzen ſeyſt befallen. 39. Es kröne Gott den Held von Sachſen“*), bewahr den edlen Rautenkranz, Sein Churhauß müße blühen wachſen und leuchten wie der Sterne Kranz, Daß mit den ſeinen aller Orten er ziehe durch die Ehren ⸗Pforten.
40. Gott woll der Fürſten Vater ſegnen, daß Frankreich einmal inne werde, Wie Teutſchland wiſſe zu begegnen durch Gott mit blankem Siegesſchwerde, 5
Auch das gewinne, was mit Liſt, der Ludwig raubt in kurzer Friſt.
41. Es kann ein jeder leicht ermeſſen, daß ich an einem fremden Ort Mein Vaterland nicht werd vergeſſen, an Worms gedenk ich fort und fort. Ein Hüttlein nur von Stroh bereitet mich wieder hinzuziehen verleitet.
42. Doch nur Gedult, es wird ſich ſchicken; auf Regen folget Sonnenſchein, Auf Donnerſtrahl und Wetterblicken zieht Phöbus ſchön und prächtig ein, Auf ungeſtümmes Windewehen die Fluth und Schifflein linde gehen.
*) Die Urſache der beſonderen Verherrlichung der Sachſen erhellet aus der von Hrn. Prof. Oncken herausg.„Auth. Erzählung“ ꝛc. S. 32.


