Aufsatz 
Zur Geschichte der Heimsuchung und Zerstörung der freien Reichsstadt Worms durch die Franzosen in den Jahren 1688 und 1689 : nebst einer Berechnung des dadurch verursachten pecuniären Schadens : nach noch vorhandenen handschriftlichen Berichten, theils in Prosa theils in Versen, durch den Druck veröffentlicht / von Wilhelm Wiegand
Entstehung
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43. Es ſind geweſen harte Proben, die Gott an uns hat ausgeübt, Weil wir mit Pracht uns ſehr erhoben und ihn mit Sünden hoch betrübt. Gott kam von unſrer Laſter wegen uns als ein Löw im Zorn entgegen. 44. Laßt uns durch wahre Hertzensbuſe ihm widerum entgegengehn, Kommt, fallet ihmmit nir zu Fuße, mit Bitten Seufzen und mit Flehn, Und bittet um des Sohnes Willen, ſo wird ſein Grimm ſich wider ſtillen. 45. Er wird verwandeln unſer Trauern in ſelbſt erwünſchte Fröhlichkeit, Wir werden ſehn, daß unſre Mauern erbauet werden mit der Zeit, Wie Kirch und Schul, ſo jetzt zernichtet, von neuem werden aufgerichtet.*)

Ende.

*) Am Ende des Gedichtes ſteht die Anmerkung: Excerptum ex Rustii: Wormſer Leid verkehrt in

Freud. Dem nach zu ſchließen, war es ein größeres Gedicht, von welchem vorſtehende 45 Strophen nur ein Auszug zu ſein ſcheinen.