— 11—
26.
Wie war mein Kirchlein doch gezieret, wann man das Feſt der Pfingſten hielt,
Gleich als ein Wald grün aufgeführet. Ja, was ſang und Saiten ſpielt,
Das halfe Gott den Herren preiſen. Nun muß es die verſtörte heißen. 27.
Ach das war ein böſes Zeichen, da kurz zuvor ein Sturmwind kam
Und dieſer Kirch ohn Schläg und Streichen die ſchöne Zier vom Chor weg nahm
Und warf ſie plötzlich auf der Erden. O weh, gedacht ich, was will's werden? 28.
Wie hertzlich hab ich Gott gebeten, der niemals meine Bitt verſagt,
Er woll dies Kirchlein doch erretten! Ich hab's vielleicht zu Viel gewagt,
Denn er gab letztlich zu verſtehen, es müſſe nun ſein Zorn ergehen.
29. Indeßen poch auf deinen König, du Brandvolk, geh und rühme dich, Des Höchſten Macht ſey ihm zu wenig, wie du geläſtert, freventlig, Er wird ſchon deine Rott vertreiben und dich in ſeinem Grimm aufreiben. 30. Bald, bald wird deine Sonn erblaſen, und ihr der ſchöne Glanz vergehn. Ihr müßtes doch geſchehen laſen, daß unſre Sonne wird beſtehn. Die Kaiſers-Sonne euch nun blendet, die ihr bisher veracht, geſchändet. 31. Es wird ſich als ein Held erweiſen der kühne tapfre Josua, Und deine Sonne ſtehen heiſen, ihr Untergang iſt nun ſehr nah, Ihr eigner Himmel wird ſie haßen und aus dem Sternkreiße fallen laſen. 32. Wenn Phaëthon“) ſo gern regieret, der Sonnenpferde friſch anſpannt, Aus Hochmuth ſelbe trotzig führet, geräth dadurch die Welt in Brand, Ihm aber wird die Fahrt verkürzet, und er ins tiefe Meer geſtürzet.
33. So uns einmal die Kinder fragen: ihr Väter, wer hat das gethan? So wollen wir zu ihnen ſagen:„Das Volk, das unſre Stadt abbrann, „Sind, Gott erbarm es, ach die loſen Höllfurien, genannt Franzoſen!“
*) Napoleon I oder III?


