— 31—
„Grammatik den Lehrern unſerer Schulen empfohlen.— Wir hoffen davon für unſere Schul⸗
„anſtalt einen geſegneten Erfolg, welcher der dankbaren Erinnerung an Ihr früheres ſiebzehn⸗
„jähriges, ſehr erſprießliches Wirken als(prov.) Rector unſerer Stadtſchulen weitere Nah⸗
„rung geben wird. Genehmigen Sie, hochgeehrter Herr Director, die Verſicherung unſerer auf⸗
„richtigen Hochachtung, mit der wir die Ehre haben zu verharren Ew. Wohlgeboren ergebenſt
der Schulvorſtand der Stadt Worms. Für denſelben: Der Vorſitzende, Menges, Brück(Bürgermeiſter). Gr. Schul⸗-Inſpector.“
Der Vorſchlag ward nebſt dem anerkennend begrüßt in dem zu Wien erſcheinenden„Zentral⸗ blatt für pädag. Literatur“ 1871, Nr. 7 mit dem Urtheile:
„Der Vf. gibt für ſeine Schulen eine Zuſammenſtellung der deutſchen Rechtſchr., frei ſich „haltend von curioſen Neuerungen, einfach nach der Geſchichte ihrer Entſtehung und nach allg. „Brauche. Daran reiht er eine Ueberſicht der Regeln für den Gebrauch der Satzzeichen und „eine ſolche für die Benennungen der gramm. Ausdrücke. Das Heft iſt klar und überſichtlich „gehalten und erſcheint als guter Rathgeber in zweifelhaften Fällen.“ Ferner in der Darmſt. „Ztg. mit den Worten:„Hr. Gymn.⸗Dir. W. in Worms hat eine Broſchüre erſcheinen laſſen, „welche einen ſehr zweckmäßigen Vorſchlag zu einer allgemeinen Rechtſchreibung, Satzzeichnung „und Benennung der gramm. Ausdrücke in ſich ſchließt. Wir wünſchen daher von Herzen, daß „die in ihr aufgeſtellten, wohlbegründeten und ſich dem Sprachgebrauche vollſtändig anſchließen⸗ „den Regeln auch in den Lehranſtalten Berückſichtigung finden möchten. Wir empfehlen die „Broſchüre allen Freunden der Schule auf das Wärmſte.“
Erwähnt wurde dieſelbe auch in der zu Wien erſcheinenden Zeitſchrift: die Realſchule, vom Herrn Director der Oberrealſchule D öll daſelbſt.
In der 12. Verſammlung mittelrh. Gymnaſiallehrer zu Bensheim ſowie in der 7. Verſammlung mittelrh. Realſchullehrer zu Gießen wurde derſelbe Vorſchlag Veranlaſſung zu einer im folgenden Jahre zu beſchließenden Einigung in der Orthographie auch über die Grenzen des Großherzogthums Heſſen hinaus.— Als Mitglied der desf. zu Gießen erwählten Commiſſion wurde auch der hieſige Director von der dortigen Verſammlung ernannt.
Von demſelben erſchien im Drucke in den Heidelb. Jahrbüchern der Literatur 1871 Nr. 20 1. eine Recenſion der auf dem Felde der neueren Philoſophie ſehr merkwürdigen, weil alle extreme Anſichten vermittelnden„Erkenntnißlehre“ von A. J. Sengler, Prof. an der Univerſität Freiburg, Gr. bad. Hofrath und Ritter des Zähringer Löwen⸗Ordens, Heidelberg 1858, mit Be⸗ ziehung auf die Beigabe des Wormſer Programm 1841:„Ueber die Stufen der menſchlichen Erkennt⸗ niß“; 2. eine ſprachliche Unterſuchung in Nr. 5 des VI B. von der Zeitſchrift Deutſcher Sprach⸗ wart über die Abſtammung und Bedeutung des deutſchen Wortes Menſch, mit dem Ergebniſſe daß dies Wort, in ſeinem hohen Sinne mit dem generis neutrius in geringſchätzender Bedeutung nur homonym, von dem noch im Engliſchen vorhandenen Worte wench herzuleiten ſei. Die Entgegnung von Hrn. Th. Ebeling zu Hamburg ebendaſelbſt Nr. 8 kann meine Anſicht nicht erſchüttern, da er ſelbſt zugeben muß, daß die ſtarke Mehrzahl⸗-Endung des fraglichen deutſchen Wortes mit der ge⸗ nannten engliſchen„höchſt auffallend“ übereinſtimmt, welches Auffällige die aus der norddeutſchen Vulgärſprache hergebrachte Beiſpiel:„das Balg, die Bälger ꝛc.“ nicht erklären, und deshalb tadelt


