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Urſachen des oftmals vorkommenden ſchlechten Einvernehmens zwiſchen Eltern und Lehrern; 2)„Haben die Realſchulen ebenfalls die Aufgabe, humaniſtiſche Bildung zu verbreiten?“
Von Herrn Dr. L. Glaſer erſchienen im verfloſſenen Jahr im Druck Beiträge: 1) in dem All⸗ gemeinen literariſchen Anzeiger f. d. evang. Deutſchland, 2) in Fleckeiſen's Jahrbücher für Philologie und Pädagogik, 3) in der Rheiniſchen Wochenſchrift für Volks⸗ und Landwirthſchaft, 4) in der Würzburger gemeinnützigen Wochenſchrift auf Erſuchen der Redaction, 5) im„Zoologiſchen Garten“, 6) in Dr. Birnbaums„Georgica“. Auch für den in Leipzig erſcheinenden„Waidmann“ übernahm derſelbe einen Auftrag zur Ausarbeitung eines Artikels über Wild- und Viehſchmarotzer.
In der Beilage des Directors zum letzten Programm(Oſtern 1871):„Ein Sandkorn zur deutſchen Einigung oder Vorſchlag zu einer allgemeinen deutſchen Rechtſchreibung, Satzzeichnung und Benennung der gramm. Ausdrücke“, haben ſich mehrere auffallende Druckfehler eingeſchlichen, da die Correctur in die Zeit mehrfacher Beſchäftigung des Vfs. fiel.
S. 18, Z. 7 von oben ſeiner ſtatt ſeinen;
S. 31, Z. 12 von unten iſt das Wort ſchmelzt ausgefallen;
S. 32, Z. 16 v. u. iſt vor aber das Komma ausgefallen;
S. 34, Z. 9 v. u. muß im Worte Landwirtſchaft das h wegfallen, da Wirt richtiger iſt als Wirth; 4
S. 38, Z. 16 u. 17 von oben müſſen die Kommata vor oder u. nach Wort gemäß der S. 32 aufgeſtellten Regel entfernt werden;
S. 39, Z. 2 von oben lies ornate ſtatt orate.
So anſpruchslos dieſer Vorſchlag in die Oeffentlichkeit trat, ſo hat er doch bereits mehr practiſche Erfolge gehabt, als der Hr. Referent K. im Mainzer Anzeiger 1871, Nr. 154 vermeint hat.
Die Gr. Oberſtudien⸗Direction hat durch Erlaß vom 1. Juni 71 die Benützung des Schriftchens für die deutſche Rechtſchreibung„in den der Leitung des Vfs. anvertrauten Lehranſtalten“ empfohlen.
Die Gr. Kreisſchulcommiſſion Worms antwortete auf die Zuſendung der Schrift:
„Indem wir für freundliche Ueberſendung des in rubro genannten Werkchens, das wir als „eine zeitgemäße Arbeit freudigſt begrüßen, Ihnen geziemenden Dank ſagen, beehren wir uns „zugleich, Sie davon in Kenntniß zu ſetzen, daß wir den Gebrauch desſelben den Lehrern des „Kreiſes Worms beſtens empfohlen haben.“
Unterz.: Pfannebecker.
Der verehrliche Ortsſchulvorſtand von Worms antwortete auf die Zuſendungen der Schrift für das ganze Lehrerperſonal der Stadtſchulen mit folgender Zuſchrift:*)
„Von Ew. Wohlgeboren vortrefflichen Werkchen haben wir mit Anerkennung und vollſtändiger „Würdigung des Verdienſtes, das Sie ſich durch dieſe Arbeit auch um unſere hieſigen Stadt⸗ „ſchulen erworben haben, Einſicht genommen und die Anwendung der von Ihnen vorgeſchlagenen „Orthographie einzelner Wörter ſowie der von Ihnen gewählten Terminologie der deutſchen
*) Daß hier von dieſer nach 20 Jahren von ſtädtiſchen Behörden mir zukommenden Anerkennung für die auf das Volksſchulweſen der Stadt und des Kreiſes Worms verwandten beſten Jahre meiner Lebenszeit Act genommen wird, werden diejenigen entſchuldigen, welche noch wiſſen, daß die von mir damals befolgte Idee einer methodiſchen und nationalen Jugendbildung auf dem Grunde bibl. Moral von der ABC-Schule bis zu den oberſten Klaſſen der höheren Schulen in jener Zeit keineswegs, wie jetzt, das Schoßkind des Publicums und der Publiciſten war, daß ſie vielmehr mitunter von den entgegengeſetzteſten Lagern mißkannt oder angefeindet ward, und daß in jenen wirren Jahren die damaligen ſtädt. Behörden keine Muße hatten, das mit Worten auszudrücken, was mitwirkende Lehrer und dankbare Eltern ſtill anerkannten.


