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(Vernunft), Schärfung und ſittliche Zucht des ſonſt dem Mephiſto verfallenden Verſtandes, Reini⸗ gung(½..οαασ) von üppigen Begierden und Trieben, Brauchbarkeit für das praktiſche Leben mittels der dasſelbe mehr oder minder berückſichtigenden Lehrgegenſtände, unter welchen der kindlich anſchauliche Kern der allgemein gültigen bibliſchen Wahrheiten, Mutterſprache mit vaterländiſcher Geſchichte, reine Mathematik mit Anleitung zur rechten Anſchauung der Natur der Mittelpunkt ſein müſſen, an welchen ſich alles fremdſprachliche, weltgeſchichtliche, tiefer mathematiſche und phyſikaliſche Wiſſen methodiſch anknüpft, damit die zu erſtrebende Jugendbildung nicht in der Luft ſchwebe ſondern auf feſtem Grund fuße. Aber bei aller Rückſicht auf dieſen ſoliden Grund wird kein Schul⸗ mann ſich einer näheren Bekanntſchaft mit der Philoſophie entrathen können, nachdem die Pädagogik von dem mathematiſchen Philoſophen Herbart zur Wiſſenſchaft, und zwar zu einem Theile der praktiſchen Philoſophie erhoben worden iſt, und ſeitdem die Zeit einen andern Maßſtab ſowohl der Forderung als auch der Achtung an Schule und Schulmann zu legen begonnen hat. Wir wollen hierbei keineswegs den Werth des redlichen, bloß praktiſch wirkenden Schulmannes verkennen An⸗ geſichts der Ausſchreitungen der bloß theoretiſchen Pädagogen; aber deſſen ungeachtet hegen wir die Meinung, daß kein wahrer Schulmann heut' zu Tage ebenſo wenig ohne wiſſenſchaftliche Pädagogik ſein kann, wie der wahre Oekonom ohne Naturwiſeenſchaft, wenn die verſchiedenen Fachlehrer einer Schule, ſei ſie nun einfach oder zwiefach, einheitlich nach dem vorhin angedeuteten Ziele zum geiſtigen und leiblichen Heile der ihnen anvertrauten Jugend wirken wollen. Daß dieſe Meinung nicht bloß die meinige iſt, das beweiſen die ſchon ſeit langen Jahren in Deutſchland alljährlich veranſtalteten Lehrerverſammlungen aller Art, wie auch die heutige hier in Worms ein ſprechendes Zeugniß davon gibt. Nur möchte ich hier den Wunſch äußern, daß dieſe Verſammlungen ſich nicht zu ſtreng nach den verſchiedenen Arten von Schulen abſchließen, daß namentlich die Gymnaſial⸗ und Reallehrer in ſolchen Verſammlungen ſich vereinigen und vertragen, ein Wunſch, deſſen Erfüllung nicht mehr unmöglich erſcheint, nachdem Gymnaſial⸗ und Reallehrer hier ſowohl, wie anderwärts die Probe abgelegt haben, daß beide unter einem Dache zuſammen wirken können.
II.
Die Aeußerung dieſes Wunſches führt uns zur Beſprechung der zweiten oben aufgeſtellten Be⸗ dingung zu dem Beiſammenwohnen einer Realſchule mit einem Gymnaſium unter demſelben Dache und einer Direction: der gegenſeitigen Achtung.
Dem erhitzten Kampfe zwiſchen Gymnaſium und Realſchule in Deutſchland während einer langen Zeit, der ſich nur in ſcharfen Gegenſätzen ausſprach und daher jede Vermittlung damals unmöglich machte, iſt wenn auch noch nicht ein förmlicher Friede, doch ein Waffenſtillſtand auf unbeſtimmte Zeit gefolgt. Der beſonnene Freund der griechiſchen und lateiniſchen Literatur, beſonders der Gymnaſial⸗Lehrer, hat einerſeits in dieſem Kampfe zu erwägen gelernt, daß es unter ſeinen Fach⸗ genoſſen mitunter zu eifrige Wanderer nach Hellas und Rom gegeben hat, welche als Schulmänner die Rückkehr nach Deutſchland vergaßen; daß der Unterricht in den früher dem Gelehrten⸗ wie dem Bürgerſtand genügenden Gymnaſien durch Lehrer, welche mehr Philologen als Schulmänner waren, als ein bloß„formaler“ oft mit Hintanſetzung des koſtbaren Inhaltes der antiken Literatur (der chartae socraticae) ſo betrieben wurde, daß das Gegentheil, der Ruf nach Realbildung, natür⸗ lich entſtehen mußte; daß die goldnen Hesperiden⸗Aepfel zwar ihren ewigen Werth behalten und der Jugend jedes Jahrhunderts geiſtige Nahrung und Kräftigung gewährten, daß man aber deshalb zumal der heutigen mehr als ſonſt beſchäftigten Jugend nicht zumuthen dürfe, den Garten dieſer goldenen Früchte ſelbſt ganz oder theilweiſe zu verdauen, wenn man ihr nicht einen Ueberdruß daran
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