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gekommen, worüber ich eben mit einer Frage einfallen wollte.— Was nun ernſt⸗ lich die Geſchäfte im Kriege anlangt, ſo liegt doch das ganz nahe, auf welche Weiſe ſie jene führen werden.— Wie denn?— So, daß ſie*) gemeinſam ins Feld ziehen und auch die herangewachſenen Kinder mit ſich führen, damit dieſe, ganz wie die Kinder der übrigen Profeſſioniſten, die Geſchäfte mitanſehen, welche ſie nach völliger Heranreifung treiben ſollen; neben dieſer Anſchauung ſollen die Kinder auch(467) als Boten und Diener alle die Kriegsbedürfniſſe herbeiſchaffen ſowie Väter und Mütter liebevoll pflegen. Oder haſt du noch nicht bemerkt, wie es bei den Handwerkern zugeht, z. B. bei den Kindern der Häfner, wie ſie erſt lange Zeit Zuſchauer und Handlanger ſind, ehe ſie ſelbſt mit dem Häfnergeſchäft ſich befaſſen?— Ja ſicher. — Müſſen dieſe Häfner nun ihre Kinder durch Einübung und Anſchauung ihrer Obliegenheiten ſorgfältiger heranbilden, als unſere Staatswächter es ſollen?— Das wäre doch lächerlich.— Aber ein weiterer Vortheil der Mitführung der Kinder in den Krieg liegt gewiß noch darin, daß jedes lebende Weſen überhaupt einen Kampf weit beſſer beſteht, wenn ſeine Jungen dabei gegenwärtig ſind.— Das iſt der Fall; aber, o Socrates, im Falle unglücklicher Ereigniſſe, wie ſie im Kriege leicht vorzukommen pflegen, iſt die Gefahr auch nicht klein, daß unſere Krieger neben ihren eigenen Perſonen auch ihre Kinder in's Verderben ſtürzen und dadurch den Staat in die Lage bringen, daß er nicht wieder zu Kräften kömmt.— Ganz hör⸗ bare Einwände! Aber glaubſt du denn erſtlich, daß man die Kinder unſerer Krieger niemals in eine Gefahr kommen laſſen dürfe?— Keineswegs.— Dann bedenke zweitens noch dies: wenn denn einmal Gefahren beſtanden werden müſſen, ſollen ſie dies nicht da thun, wo ſie bei glücklichem Erfolge tapferer werden müſſen?— Offenbar natürlich.— Oder glaubſt du, daß es einen kleinen Unterſchied mache, ob die Kinder, die tapfere Kriegsleute werden ſollen, die Gefahren des Krieges mit anſehen oder nicht, und es wäre des Wageſtückes nicht werth?— Nein, das glaub' ich nicht, ſondern es macht einen Unterſchied in Bezug auf den genannten Zweck.— Dieſe Anſicht muß alſo zu Grunde gelegt werden; man muß die Kinder des Kriegerſtandes zur Anſchauung des Krieges zwar zulaſſen, aber dabei alle möglichen Vorſichtsmaßregeln für ihre Sicherheit treffen, und dann wirſt du nichts mehr dagegen einzuwenden haben, nicht wahr?— Ja wohl.—(Es werden alſo ihre Väter darin nicht unverſtändig ſein, ſoweit es Menſchen möglich iſt, ſondern durch ihre Einſicht ermeſſen, welche von den Feldzügen lebensgefährlich und welche es nicht ſind.— Wohrſcheinlicher Weiſe.— In manche werden ſie demnach dieſelben mit⸗ führen, von andren dagegen ſie davor bewahren.— Vernünftig.— Dann werden ſie ihnen doch auch gewiß nicht wohl die ſchlechteſten Füh rer geben ſondern Männer, welche vermöge ihrer Erfahrung und ihres Alters zu Führern und Leitern der
*) Die Staatswächter und ihre Frauen.


